... und plötzlich will er nicht mehr spazieren gehen ???
46 Antworten4'572 AufrufeGestartet von Capriasca ·
Capriasca
Hallöchen Christa
Vielen Dank für die Nachfrage ... Eigentlich wollte ich mich ja schon lange mal hier melden um ein kurzes update zu geben; irgendwie aber lief mir die Zeit davon :ugly: ! Clooney und mir hat die Auszeit von der Welpenschule sehr gut getan; wir haben die Ruhe jetzt sehr genossen. Ich ging täglich mit ihm nach draussen; einfach, damit er das nicht ganz verlernt. Manchmal waren wir nur 1 Minute "unterwegs", manchmal aber auch 10 Minuten. Er ist immer noch eher ängstlich "draussen in der grossen Welt", aber insgesamt ist er sehr viel ruhiger geworden. Im Haus fühlt er sich wohl und geborgen; ich lasse ihn immer mal wieder für kurze Zeit alleine (im Moment max. 20 Minuten). Er legt sich dann ruhig in sein Bettchen oder auf seine Decke und döst vor sich hin. Auch geht er jetzt ab und zu ganz alleine nach draussen auf die Terrasse, legt sich auf seine Decke und beobachtet das Geschehen :love: . Dies zeigt mir, dass er das Vertrauen und die Sicherheit bei mir nun definitiv gefunden hat. Nächste Woche starten wir wieder mit der Welpenspielgruppe; bin gespannt wie es läuft ... Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir auf einem guten Weg sind!
Gestern hatten wir noch einen kleinen Zwischenfall: Clooney wurde von einer Wespe gestochen :crying: . Leider sah ich nicht, WO sie ihn gestochen hat - ich hatte echt Angst um meinen Kleinen. Hab' ihm dann sofort Arnica-Kügeli und später noch Apis-Kügeli verabreicht. Ich habe ihm regelmässig ins Maul geschaut um zu beobachten, ob seine Zunge anschwillt. Auch habe ich seine Atmung und seinen Herzschlag regelmässig beobachtet; im Notall wären wir in 2 Minuten beim TA gewesen. Clooney schlief dann fast den ganzen Nachmittag; am Abend - als er so langsam wieder "auftaute" - sah ich, dass er sein Beinchen leckte. Offenbar wurde er dort gepieks *uff* ...
Vielen Dank für die Nachfrage ... Eigentlich wollte ich mich ja schon lange mal hier melden um ein kurzes update zu geben; irgendwie aber lief mir die Zeit davon :ugly: ! Clooney und mir hat die Auszeit von der Welpenschule sehr gut getan; wir haben die Ruhe jetzt sehr genossen. Ich ging täglich mit ihm nach draussen; einfach, damit er das nicht ganz verlernt. Manchmal waren wir nur 1 Minute "unterwegs", manchmal aber auch 10 Minuten. Er ist immer noch eher ängstlich "draussen in der grossen Welt", aber insgesamt ist er sehr viel ruhiger geworden. Im Haus fühlt er sich wohl und geborgen; ich lasse ihn immer mal wieder für kurze Zeit alleine (im Moment max. 20 Minuten). Er legt sich dann ruhig in sein Bettchen oder auf seine Decke und döst vor sich hin. Auch geht er jetzt ab und zu ganz alleine nach draussen auf die Terrasse, legt sich auf seine Decke und beobachtet das Geschehen :love: . Dies zeigt mir, dass er das Vertrauen und die Sicherheit bei mir nun definitiv gefunden hat. Nächste Woche starten wir wieder mit der Welpenspielgruppe; bin gespannt wie es läuft ... Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir auf einem guten Weg sind!
Gestern hatten wir noch einen kleinen Zwischenfall: Clooney wurde von einer Wespe gestochen :crying: . Leider sah ich nicht, WO sie ihn gestochen hat - ich hatte echt Angst um meinen Kleinen. Hab' ihm dann sofort Arnica-Kügeli und später noch Apis-Kügeli verabreicht. Ich habe ihm regelmässig ins Maul geschaut um zu beobachten, ob seine Zunge anschwillt. Auch habe ich seine Atmung und seinen Herzschlag regelmässig beobachtet; im Notall wären wir in 2 Minuten beim TA gewesen. Clooney schlief dann fast den ganzen Nachmittag; am Abend - als er so langsam wieder "auftaute" - sah ich, dass er sein Beinchen leckte. Offenbar wurde er dort gepieks *uff* ...
nati
freut mich zu lesen!
Du schreibts er geht gerne draussen auf eine Decke. Vielleicht hilft es ihm auch, wenn Du mal die Decke für ihn und für Dich eine Zeitschrift mit nach draussen nimmst und ihr platziert euch auf einem Bänli wo nicht grad Hinz und Kunz vorbeimarschieren mit ihren Hundemeuten. Einfach alles was gemütlich ist nach draussen verlegen.
Wenn er gerne einen Kong hat zum sich damit zu beschäftigen (z.B. LeParfait) rauslecken, nimm auch sowas mit. Ich erhoffe mir dadurch, dass Cloony lernt, draussen sein ist schön und auch entspannend OHNE Leistungsanspruch und ständigen Input zu bekommen!
Weiterhin viel Erfolg
Du schreibts er geht gerne draussen auf eine Decke. Vielleicht hilft es ihm auch, wenn Du mal die Decke für ihn und für Dich eine Zeitschrift mit nach draussen nimmst und ihr platziert euch auf einem Bänli wo nicht grad Hinz und Kunz vorbeimarschieren mit ihren Hundemeuten. Einfach alles was gemütlich ist nach draussen verlegen.
Wenn er gerne einen Kong hat zum sich damit zu beschäftigen (z.B. LeParfait) rauslecken, nimm auch sowas mit. Ich erhoffe mir dadurch, dass Cloony lernt, draussen sein ist schön und auch entspannend OHNE Leistungsanspruch und ständigen Input zu bekommen!
Weiterhin viel Erfolg
Anita mit Anda
Also bei Anda gibt es das manchmal auch, dass sie beim spatzieren bockt und keinen Schritt weiter will. Und zwar kenne ich den Grund. Sie macht das zum Beispiel wenn wir zum Tierarzt gehen, einen Weg gehen der ihr nicht passt (zum Beispiel nicht in den Wald) oder bei ihrer Gotte die sie manchmal hütet. Was ich noch sagen muss. Die Gotte von Anda ist meine Finanzberaterin. Mit der Hundesitterin die ich ab und an organisiere gibt es keine Probleme.
Das ist genau der Grund warum Anda ihr Gstältli an hat. Ich weiss, dass es keine Angst ist wenn sie bockt sondern dann sch... es sie nur an diesen Weg oder eben zum Tierarzt zu gehen und sie versucht ihren Sturrkopf durchzusetzten. Und das mit fast 10. Naja, ich und die Hundesitterin ignorieren dieses verhalten einfach und ziehen sie weiter. Wenn sie merkt, es nützt nichts und wir sind am längeren Hebel ist sie zufrieden und kommt dann doch mit.
Bei der Finanzberaterin also Andas Gotte ist es etwas anders. Sie "fällt" jedesmal auf Andas Theater rein wenn sie mit ihr draussen ist und Anda geht dann jeweils die Paar Schritte bis zur Kreuzung mit ihr mit. Wenn sie den Weg rechts nimmt, dann geht sie mit weil sie weis, es geht durchs Quartier und dann bald wieder heim. Beim Weg links weis sie, es geht weg von daheim und da fängt sie bei ihrer Gotte an zu bocken und bleibt stehen.
Meine Finanzberaterin lobt sie dann jeweils noch für ihr verhalten und geht wieder mit ihr rein.
Das ist genau der Grund warum Anda ihr Gstältli an hat. Ich weiss, dass es keine Angst ist wenn sie bockt sondern dann sch... es sie nur an diesen Weg oder eben zum Tierarzt zu gehen und sie versucht ihren Sturrkopf durchzusetzten. Und das mit fast 10. Naja, ich und die Hundesitterin ignorieren dieses verhalten einfach und ziehen sie weiter. Wenn sie merkt, es nützt nichts und wir sind am längeren Hebel ist sie zufrieden und kommt dann doch mit.
Bei der Finanzberaterin also Andas Gotte ist es etwas anders. Sie "fällt" jedesmal auf Andas Theater rein wenn sie mit ihr draussen ist und Anda geht dann jeweils die Paar Schritte bis zur Kreuzung mit ihr mit. Wenn sie den Weg rechts nimmt, dann geht sie mit weil sie weis, es geht durchs Quartier und dann bald wieder heim. Beim Weg links weis sie, es geht weg von daheim und da fängt sie bei ihrer Gotte an zu bocken und bleibt stehen.
Meine Finanzberaterin lobt sie dann jeweils noch für ihr verhalten und geht wieder mit ihr rein.
Capriasca
@nati, vielen Dank für Deinen wertvollen input; das ist eine ganz schöne Idee, die sich lohnt, ausprobiert zu werden :up !!!
@Anita, ich denke nicht, dass Clooney mich mit seinem "bockigen" Verhalten austesten wollte. Der war glaubs tatsächlich überfordert mit Allem, was ich ihm in den letzten Wochen angeboten habe ... Er hat die letzten paar Tage auch sehr viel geschlafen; für mich klar ein Anzeichen, dass er sehr viel zu verarbeiten hatte :snoopy .
@Anita, ich denke nicht, dass Clooney mich mit seinem "bockigen" Verhalten austesten wollte. Der war glaubs tatsächlich überfordert mit Allem, was ich ihm in den letzten Wochen angeboten habe ... Er hat die letzten paar Tage auch sehr viel geschlafen; für mich klar ein Anzeichen, dass er sehr viel zu verarbeiten hatte :snoopy .
Katrin Schuster
Hoi Capriasca!
Ich bin eben erst auf dieses Thema gestossen, Du hast aber ja auch schon ganz tolle Anregungen erhalten.
Was ich spannend fand war, dass Du der Meinung warst Dein Hund müsse in den ersten Wochen bis ... gaaanz viel erleben, wegen der Prägezeit, damit er später schon alles kennt.
Frau D hat das ja schon ganz toll beschrieben, dass gaaanz viel kennen lernen für einen Welpen in gaaanz anderen Masstäben angeschaut werden muss. Spannend fand ich das aus dem Grund, weil ich schon häufiger erwachsene Hunde kennen lernen durfte, die sehr umweltunsicher sind und irgendwann gelernt haben doch mal aggressiv auf die vielen Bedrohungen zu reagieren.
Bei der Analyse kam häufig raus, dass die Halter eben genau wie Du dachten, sie müssten ja alles kennen lernen. Sie haben es mit der Sozialisierung etwas zu genau genommen. Wenn ich dann fragte, ob die Welpen denn neugierig selber alles erkundet haben wurde das verneint. Die waren immer gehemmt, sehr zurückhaltend, wurden einfach in die Situation mitgenommen weil sie das ja lernen müssen...
Andersherum hatte ich eine Hündin aus dem Tierheim übernommen, die damals in einem Dorf aufgewachsen war, wo sich keiner um die Welpen kümmerte. Die streunten herum, wurden erwachsen und als sie mit einem Jahr im Rudel ein Schaf rissen wurden sie den Haltern abgenommen und ins Tierheim gebracht. Die Hündin verbrachte lange 4 Jahre im Tierheim, weil sie es nicht kannte an der Leine zu gehen, und einfach unerzogen aber gross war (Malamut-Bernersennen-Mix).
Als ich die Hündin entdeckte war ich mir gar nicht so sicher, ob die sich in unsere Lebenssituation einfinden würde und nahm sie daher mal für eine Probewoche mit nach Hause. Sie kannte ja nur das kleine Dorf in dem sie aufgewachsen war und das Tierheim! Von Perfekter Sozialisierung keine Spur!
Wollte sie bei mir einziehen, musste sie aber mit mir täglich Zug fahren, nach MÜnchen gondeln, dort durch den Hauptbahnhof mit vielen Menschen, durch die Stadt laufen und Trambahn fahren und, und, und...
Ich war nicht wenig überrascht, als diese Hündin das alles mitmachte, als hätte sie noch NIE etwas anderes gemacht! Der laut einfahrende Zug war ihr genauso egal wie die Menschenmassen. Im Gegenteil, sie erkundete alle Reize hoch interessiert, schnupperte im Zug rum, fuhr mit der Tram vollkommen easy mit und auch mit dem lauten Autoverkehr hatte sie nicht die geringsten Probleme.
Seit ich diese Hündin hatte und noch so einige andere Hunde in meiner Arbeit kennen lernen durfte bin ich zur Überzeugung gelangt, dass es nicht die Quantität ist, auf die es in der Prägezeit der Welpen ankommt. Es geht nicht darum, dass die Welpen ALLES kennen lernen müssen, mit dem sie später vielleicht einmal in Kontakt kommen. Es geht vielmehr darum, dass die Welpen bei diesen Lernprozessen POSITIVE ERFAHRUNGEN machen! Dass ihre Neugier zum Erfolg führt, dass sie Spaß an der Erkundung haben und Strategien finden mit verunsichernden Situationen zurecht zu kommen.
Das dadurch entstehende Selbstvertrauen ist um ein Vielfaches wichtiger, denn mit dem können sie später neue Situationen ganz anders bewerten.
Die QUALITÄT der Erfarhungen ist aus meiner Sicht daher sehr viel wichtiger.
Natürlich sollten die Welpen auch nicht in der Stube bleiben. Sie müssen die Umwelt erkunden gehen um Erfahrungen sammeln zu können! Aber alles in Massen und lieber so, dass Welpi dabei Spass hat und gut damit zurecht kommt, als dass er vor lauter Angst gar nicht denken kann. :)
Zu der Problematik mit dem Spazieren gehen habe ich auch noch ein paar Zeilen:
In Studien mit Wölfen und Hunden wurde aufgezeigt, dass bei den Vierbeinern bis zu einem gewissen Alter die Bindung an den Ort deutlich überwiegt! Die Welpen verlassen den Ort um die Wurfhöhle herum in der Regel nicht selbstständig sondern bleiben in einem gewissen Radius dort um sich auch jederzeit wieder in die Höhle zurückziehen zu können.
Hintergrund ist der, dass zumindest Wolfswelpen auch noch eine leichte Beute für verschiedene Raubtiere darstellen können. Wenn die Elterntiere einen speziellen Warnlaut abgeben, verschwinden die Welpen SOFORT in der Wurfhöle und sind damit leichter zu beschützen, als wären sie schon im halben Gelände zerstreut.
Beim Hund ist diese Ortsbindung immer noch zu finden, wobei das Alter, in dem die Erkundungsphasen ausgebaut werden aufgrund der vielen verschiedenen Entwicklungsschnelligkeiten der Hunderassen nicht mehr so klar abgegrenzt werden kann.
Ein Welpe, der sich nicht vom Zuhause entfernt ist daher gar nichts besonderes. Die Bindung an den Ort überwiegt in den ersten Wochen noch, bevor die Bindung an den Sozialpartner Priorität hat. Werden die Welpen aktiver ist es aber so, dass sie sich noch nicht unbedingt an EINE Person oder an EINEN Wolf ranhängen. Sofern die Wahl besteht folgen Welpen entweder demjenigen, der sich bewegt, während der andere still steht, oder sie schliessen sich der grösseren Gruppe an. Auch diese Neigung hat noch nichts mit lernen zu tun sondern ist eine angeborene Reaktion die mit dem älter werden der Welpen heranreift. Man kann sich diese Reaktion aber zu Nutze machen, wenn mann dann zum Beispiel das abrufen üben möchte. Rumstehen und langweilig sein provozieren den Welpen dazu, die Umwelt zu erkunden und sich von mir zu entfernen. Dazu muss er nicht von einem Menschen festgehalten werden...
Weggehen einer oder noch besser mehrerer Personen hilft das erwünschte Verhalten (herankommen) zu provozieren, wenn der gerade dabei ist die Umwelt zu erkunden. Wenn da das Signalwort gerufen wird während der Welpi sich dem bewegten Menschen oder der Gruppe anschliesst, dann kann damit der Rückruf perfekt konditioniert werden!
So, nun langets aber, habs mal wieder nicht geschafft mich kürzer auszudrücken... :ugly:
Hoffe aber, dass mein Input hilft, das Verhalten Deines kleinen besser zu verstehen und etwas bedachter die nächsten Schritte zu wählen. ;-)
Nachdem ich jetzt bald meine erste Welpengruppe leiten darf, ist es ja auch nicht verkehrt, wenn ich mich nochmal intensiv mit solchen Fragen auseinandersetze.
Ganz liebe Grüsse,
Katrin
Ich bin eben erst auf dieses Thema gestossen, Du hast aber ja auch schon ganz tolle Anregungen erhalten.
Was ich spannend fand war, dass Du der Meinung warst Dein Hund müsse in den ersten Wochen bis ... gaaanz viel erleben, wegen der Prägezeit, damit er später schon alles kennt.
Frau D hat das ja schon ganz toll beschrieben, dass gaaanz viel kennen lernen für einen Welpen in gaaanz anderen Masstäben angeschaut werden muss. Spannend fand ich das aus dem Grund, weil ich schon häufiger erwachsene Hunde kennen lernen durfte, die sehr umweltunsicher sind und irgendwann gelernt haben doch mal aggressiv auf die vielen Bedrohungen zu reagieren.
Bei der Analyse kam häufig raus, dass die Halter eben genau wie Du dachten, sie müssten ja alles kennen lernen. Sie haben es mit der Sozialisierung etwas zu genau genommen. Wenn ich dann fragte, ob die Welpen denn neugierig selber alles erkundet haben wurde das verneint. Die waren immer gehemmt, sehr zurückhaltend, wurden einfach in die Situation mitgenommen weil sie das ja lernen müssen...
Andersherum hatte ich eine Hündin aus dem Tierheim übernommen, die damals in einem Dorf aufgewachsen war, wo sich keiner um die Welpen kümmerte. Die streunten herum, wurden erwachsen und als sie mit einem Jahr im Rudel ein Schaf rissen wurden sie den Haltern abgenommen und ins Tierheim gebracht. Die Hündin verbrachte lange 4 Jahre im Tierheim, weil sie es nicht kannte an der Leine zu gehen, und einfach unerzogen aber gross war (Malamut-Bernersennen-Mix).
Als ich die Hündin entdeckte war ich mir gar nicht so sicher, ob die sich in unsere Lebenssituation einfinden würde und nahm sie daher mal für eine Probewoche mit nach Hause. Sie kannte ja nur das kleine Dorf in dem sie aufgewachsen war und das Tierheim! Von Perfekter Sozialisierung keine Spur!
Wollte sie bei mir einziehen, musste sie aber mit mir täglich Zug fahren, nach MÜnchen gondeln, dort durch den Hauptbahnhof mit vielen Menschen, durch die Stadt laufen und Trambahn fahren und, und, und...
Ich war nicht wenig überrascht, als diese Hündin das alles mitmachte, als hätte sie noch NIE etwas anderes gemacht! Der laut einfahrende Zug war ihr genauso egal wie die Menschenmassen. Im Gegenteil, sie erkundete alle Reize hoch interessiert, schnupperte im Zug rum, fuhr mit der Tram vollkommen easy mit und auch mit dem lauten Autoverkehr hatte sie nicht die geringsten Probleme.
Seit ich diese Hündin hatte und noch so einige andere Hunde in meiner Arbeit kennen lernen durfte bin ich zur Überzeugung gelangt, dass es nicht die Quantität ist, auf die es in der Prägezeit der Welpen ankommt. Es geht nicht darum, dass die Welpen ALLES kennen lernen müssen, mit dem sie später vielleicht einmal in Kontakt kommen. Es geht vielmehr darum, dass die Welpen bei diesen Lernprozessen POSITIVE ERFAHRUNGEN machen! Dass ihre Neugier zum Erfolg führt, dass sie Spaß an der Erkundung haben und Strategien finden mit verunsichernden Situationen zurecht zu kommen.
Das dadurch entstehende Selbstvertrauen ist um ein Vielfaches wichtiger, denn mit dem können sie später neue Situationen ganz anders bewerten.
Die QUALITÄT der Erfarhungen ist aus meiner Sicht daher sehr viel wichtiger.
Natürlich sollten die Welpen auch nicht in der Stube bleiben. Sie müssen die Umwelt erkunden gehen um Erfahrungen sammeln zu können! Aber alles in Massen und lieber so, dass Welpi dabei Spass hat und gut damit zurecht kommt, als dass er vor lauter Angst gar nicht denken kann. :)
Zu der Problematik mit dem Spazieren gehen habe ich auch noch ein paar Zeilen:
In Studien mit Wölfen und Hunden wurde aufgezeigt, dass bei den Vierbeinern bis zu einem gewissen Alter die Bindung an den Ort deutlich überwiegt! Die Welpen verlassen den Ort um die Wurfhöhle herum in der Regel nicht selbstständig sondern bleiben in einem gewissen Radius dort um sich auch jederzeit wieder in die Höhle zurückziehen zu können.
Hintergrund ist der, dass zumindest Wolfswelpen auch noch eine leichte Beute für verschiedene Raubtiere darstellen können. Wenn die Elterntiere einen speziellen Warnlaut abgeben, verschwinden die Welpen SOFORT in der Wurfhöle und sind damit leichter zu beschützen, als wären sie schon im halben Gelände zerstreut.
Beim Hund ist diese Ortsbindung immer noch zu finden, wobei das Alter, in dem die Erkundungsphasen ausgebaut werden aufgrund der vielen verschiedenen Entwicklungsschnelligkeiten der Hunderassen nicht mehr so klar abgegrenzt werden kann.
Ein Welpe, der sich nicht vom Zuhause entfernt ist daher gar nichts besonderes. Die Bindung an den Ort überwiegt in den ersten Wochen noch, bevor die Bindung an den Sozialpartner Priorität hat. Werden die Welpen aktiver ist es aber so, dass sie sich noch nicht unbedingt an EINE Person oder an EINEN Wolf ranhängen. Sofern die Wahl besteht folgen Welpen entweder demjenigen, der sich bewegt, während der andere still steht, oder sie schliessen sich der grösseren Gruppe an. Auch diese Neigung hat noch nichts mit lernen zu tun sondern ist eine angeborene Reaktion die mit dem älter werden der Welpen heranreift. Man kann sich diese Reaktion aber zu Nutze machen, wenn mann dann zum Beispiel das abrufen üben möchte. Rumstehen und langweilig sein provozieren den Welpen dazu, die Umwelt zu erkunden und sich von mir zu entfernen. Dazu muss er nicht von einem Menschen festgehalten werden...
Weggehen einer oder noch besser mehrerer Personen hilft das erwünschte Verhalten (herankommen) zu provozieren, wenn der gerade dabei ist die Umwelt zu erkunden. Wenn da das Signalwort gerufen wird während der Welpi sich dem bewegten Menschen oder der Gruppe anschliesst, dann kann damit der Rückruf perfekt konditioniert werden!
So, nun langets aber, habs mal wieder nicht geschafft mich kürzer auszudrücken... :ugly:
Hoffe aber, dass mein Input hilft, das Verhalten Deines kleinen besser zu verstehen und etwas bedachter die nächsten Schritte zu wählen. ;-)
Nachdem ich jetzt bald meine erste Welpengruppe leiten darf, ist es ja auch nicht verkehrt, wenn ich mich nochmal intensiv mit solchen Fragen auseinandersetze.
Ganz liebe Grüsse,
Katrin
Capriasca
@Katrin, vielen Dank für Deinen tollen, ausführlichen Input :up ... Im Nachhinein ärgere ich mich ja wahnsinnig über die Tatsache, dass ich Clooney gleich zu Beginn derart überfordert habe. Gleichzeitig aber freue ich mich auch, dass ich ihn richtig "gelesen" und gespürt habe und rechtzeitig die Notbremse gezogen habe. Clooney und ich haben die letzten rund zwei Wochen unendlich genossen; wir haben - ganz ohne Stress und Druck - zusammen die Welt erkundet. Einfach ganz nach Clooney's Tempo ...
Heute hatten wir dann unseren Wiedereinstieg in der Welpenstunde; dieses Mal noch mit einem zweiten Welpen (also eine Mini-Mini-Welpenspielgruppe :D ). Es lief sowas von gut, Clooney zeigte sich von seiner besten Seite und hat super mitgemacht. Er ist sehr viel selbstsicherer und vorallem auch mutiger geworden ... Die Hundetrainerin hat gesagt: "Jetzt ist Clooney wirklich bei Dir angekommen!" Das war für mich ein super Kompliment und hat mir bestätigt, dass wir mit unserer kurzen Auszeit den richtigen Weg eingeschlagen hatten ...
Heute hatten wir dann unseren Wiedereinstieg in der Welpenstunde; dieses Mal noch mit einem zweiten Welpen (also eine Mini-Mini-Welpenspielgruppe :D ). Es lief sowas von gut, Clooney zeigte sich von seiner besten Seite und hat super mitgemacht. Er ist sehr viel selbstsicherer und vorallem auch mutiger geworden ... Die Hundetrainerin hat gesagt: "Jetzt ist Clooney wirklich bei Dir angekommen!" Das war für mich ein super Kompliment und hat mir bestätigt, dass wir mit unserer kurzen Auszeit den richtigen Weg eingeschlagen hatten ...
GoldieR
Schön zu hören, dass es jetzt viel besser klappt und Clooney endlich angekommen ist :)
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