Scheuen.... Trotzen.......oder Testen??

Brigitte

Erfahrener Benutzer
25. Feb. 2005
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Hallo Pferdefreunde,

seit etwa einem halben Jahr reite ich eine Irrländerstute sie ist neun Jahre alt.

Ihre Gangarten sind sehr weich und sie ist auch nicht "verrieten" auch weich im Maul. Menschen gegenüber sehr freundlich denn sie musste nie schlecht Erfahrungen machen.

Zum Problem, einmal kam ihr ein Traktor extrem zu Nahe, seit her hat sie Angst vor denen. Nur in letzter Zeit hat sich die Angst wieder gesteigert, auf der Strasse kann sie gar weggaloppieren, wenn einer daherrattert kommt, da fällt das Herz manchmal schon in die Hose....... :wink:

Auch gibt es äusserst unbeliebte Traktorfahrer, die in dem Moment auch etwas scheppern lassen und sich ins Fäustchen lachen :evil:

Das ist das erste Problem.....da weiss ich sie hat wirklich Angst.

Wie verhaltet Ihr Euch in dieser Situation?

Was ich tue, tief im Sattel sitzen, möglichst die Zügel tief, nicht nach vorn lehnen. Was kann ich noch tun?

Ich rede auch mit dem Pferd, versuche ruhig zu sein.

Wenn mir das im Wald passieren wird, wäre alles halb so schlimm, nur auf der Strasse befinden sich auch Fußgänger, Velos, Autos.

Das zweite Problem, da weiss ich nicht ob es ein austesten vom Pferd zu mir ist.......oft gehen wir die gleiche Strasse zum Wald, es gibt ein Haus da bleibt sie Regelmassig stehen, geht ein Schritt vor und fünf zurück. Dies kann eine Viertelstunde gehen, dann bin ich schon abgestiegen und habe das Pferd geführt.

Ist etwas anders an dieser Strasse nur eine Kleinigkeit, zum Beispiel eine Garagentor offen, ein Container, oder ein Abfallsacke auf der Strasse, dann will sie nicht mehr freiwillig vorbei........eben ein Schritt vor und ein paar zurück.

Ist dies Trotz, will sie mich Testen..........?

Denn dies ist nicht das Scheuen wie bei den Traktoren, es fühlt sich ganz anders an.

Was tut Ihr in solch einer Situation, liebe Pferdefreunde?

Bin gespannt auf die Antworten.

Im Moment weilt meine Reitkollegin in den Ferien und sie hat auch schon zwei verschiedene Tierkommunikatorin, nach Antwort befragt.

Leider geschehen diese Antworten per Telefon oder per Mail und sind SEHR allgemein, könnte man auf jedes Pferd beziehen.

So bin ich gespannt auf Eure eigenen Erfahrungen und Erlebnisse

Gruess Brigitte

 
Hallo Brigitte!

ja das liebe Traktorenproblem :roll: es ist einfach auch sehr gefährlich, da hast Du recht!

ich finde Dein Verhalten sehr gut:

Zitat:Was ich tue, tief im Sattel sitzen, möglichst die Zügel tief, nicht nach vorn lehnen. Ich rede auch mit dem Pferd, versuche ruhig zu sein.

was mir noch einfällt wäre dem Pferd eine Aufgabe geben wie Seitengänge, Hals lösen oder sonst etwas, was das Pferd kennt.

Dann zum anderen Problem, mit dem Haus: da habe ich folgende Ideen

1. wenn sie 5 Schritte rückwärts geht und dann stoppen will, verlange nochmals 5 Tritte zurück (nur wenn Du Zeit hast dazu :wink: ) wichtig dabei: das Pferd soll trotzdem zum "gefährlichen" Haus schauen

:arrow: gewünschte Wirkung: dem Pferd wirds irgendwann zu anstrengend und möchte von selbst lieber wieder vorwärts gehen

2. Du drehst das Pferd ganz um und lässt es den ganzen Weg rückwärts an dem Haus vorbei gehen (wenn das überhaupt möglich ist)

3. Du nimmst noch ein Halfter und einen Strick mit und führst das Pferd in lauter kleinen Kreisen um Dich (longierenähnlich) am Haus vorbei. Wichtig: das Pferd soll immer in der Vorwärtsbewegung bleiben, darf auch traben möglichst ohne zerren am Strick

4. Du reitest ein paar Mal neben einem anderen Pferd durch, dem diese Villa Kunterbunt egal ist, dann geht das andere Pferd vor und ihr folgt dann alleine und als Krönung das ganze umgekehrt. Also ihr zuerst dann das andere Pferd.

Hoffe das gibt Dir etwas Ideen!

liebe Grüsse

Nati :pferd

 
Hallo Brigitte!

es ist mir noch etwas eingefallen:
auf dem Bild des Pferdes zeigt es eine starke Hinterhandentlastung. Steht es immer so oder war das Zufall?

Denn körperliches Unwohlsein kann ja auch zu komischen Verhaltensweisen führen.

liebe Grüsse
Nati

 
Hoi Nati

danke für Deine Antworten!

Danke für Punkt eins und zwei die werde ich grad ausprobieren :danke

Punkt drei auch, wenn mir die ersten zwei Punkte nicht gelingen.

Der Punkt vier ist leider äußerst selten der Fall, dass ich mit jemanden gemeinsam gehen kann.

Denn körperliches Unwohlsein kann ja auch zu komischen Verhaltensweisen führen.
Stimmt die Pferde spüren alles, in dieser Situation verkrampfe ich mich nicht.

Nur in der Situation mit dem Traktor, wenn sie durchgeht, da habe ich mich schon verkrampft, wenn es auf dem Teer stattfindet.

Wenn ich sie mal an der " Villa kunterbunt" 8) vorbeigeführt habe und ihr alle "gefährlichen" Sachen gezeigt habe, stubst sie mich an mit den Nüstern, als wolle sie sagen: he..... kannst wieder aufsteigen.

Die Villakunterbunt wurde von neuen Leuten übernommen und sie räumen quasi das Haus. Manchmal steht ein Herd, ein Cd ständer oder ein Anhänger an der Seite mit dem Schild: zu verkaufen. Dinge die ein Pferd unmöglich je gesehen haben kann.

Neuerdings haben sie mit SpraytDosen : achtung Kinder auf den Boden geschrieben, ich verstehe de Leute, aber das Pferd hat das gefühl es sei ein Hinderniss

Ich bin froh um Deine Antworten, es hilft mir weiter.

Gruess Und Danke Brigitte

 
Warte noch Bilder von der Hinterhand





dam kômmt sie um ein Guddeli betteln......... :wink:



Da lacht sie mich aus......... :wink: :lol:



Gruess Brigitte

 
Hoi Brigitte!

Schön, wenn ich Dir ein paar Ideen geben konnte!

Zitat:

Denn körperliches Unwohlsein kann ja auch zu komischen Verhaltensweisen führen.

Stimmt die Pferde spüren alles, in dieser Situation verkrampfe ich mich nicht.

Nur in der Situation mit dem Traktor, wenn sie durchgeht, da habe ich mich schon verkrampft, wenn es auf dem Teer stattfindet.

da geht es mir nicht anders! Ich meinte eigentlich wegen dem körperlichen Unwohsein mehr das Pferd. Also wenn dem Pferd nicht wohl ist, es sich komisch verhalten könnte:

Danke noch für die Bilder! da sieht alles ganz normal aus!

bin gespannt obs funktioniert!

liebe Grüsse

Nati

 
Hoi Nati

also Punkt eins und zwei gelangen mir nicht :(
Punkt drei, geht, aber wenn ich mich wieder draufsetze und vorbeireiten will, ist wieder fertig.
Der Grund ist sicher auch dass wir keine Ruhe haben, oft kommt ein Auto oder Töff. Wenn es nur ein Feldweg wäre könnte ich üben bis zum Umfallen
Zum Glück hat es in der letzten Zeit geregnet und wir sind keinem Traktor begegnet :jup
Wenn ich auf dieser Strasse gehe reagiert sie auf alles, erschrickt ab einem Schmetterling und hört die Mäuse husten. Im Moment scheint er ganze Weg bedrohlich für sie sein.

Ich muss immer wieder von vorne Anfangen, Geduld habe ich, keine Frage. Mich dünkt es, es ist nicht ein Trotzen, sondern wirklich Angst.


Gruess Brigitte

 
Hallo Brigitte!


lässt sich den die Stute an aderen Stellen gut rückwärts richten?

macht ihr auch mal ab und an ein "Scheutraining"? mit Plastiksäcken, Regenschirmen und was Dir sonst noch einfällt.

ich weiss gar nicht ob Du einen Platz zur Verfügung hast, das würde es natürlich einfacher machen!

ist es denn bei der Besitzerin/dem Besitzer des Pferdes genau so? oder wie macht sie/er das?

weist Du ob mal was vorgefallen ist?

ui, wieder gaaaanz viele Fragen :roll:

ich finde eigentlich schon, dass Du alles richtig gemacht hast....und Geduld ist natürlich die Gabe überhaupt

weiterhin viel Glück!
Nati

 
Hoi Nati,

einen Platz zum trainieren haben wir, es sind verschiedene Weiden.

Auf einem Waldweg geht rückwärts und Volten, es geht auch an Feuerstellen, Waldhütten und Waldmaschinen vorbei, solange diese ruhig stehen.
Ja die Plastiksäcke und Regenschirme, daran haben wir trainiert, vor allem meine Kollegin.
Sie gehört ja nicht uns, wir dürfen sie bewegen was wirklich schön ist.
Besitzer ist eher für Sporen und Peitsche dann läuft sie schon vorbei, ist nur nicht so mein Ding.
Da gehen wir gemeinsam durch :wink:
Geduld habe ich, den ich bin ja auch ein "Aquarianer" 8)

Morgen schaue ich weiter.

Gruessli und Danke Dir 8)

Brigitte

 
Hallo Brigitte!

wie geht es mit den Problemen?

liebe Grüsse
Nati

 
Hoi Nati,

entschuldige, habe es erst jetzt gelesen.

Das Traktorenproblem hat sich noch nicht gelöst.

Das Andere mit dem nicht vorbeilaufen wollen.........habe es mit Rückwärtslaufen probiert, mit dem Halfter, auch ist mal eine Kollegin mit dem Velo mitgekommen, nichts funktionierte und mich dünkte das Pferd wartet darauf, bis ich absteige.........ok....wann und immer ich abgestiegen bin, habe ich sie an die für sie "gefährlichen"Genstände geführt und sie hat sie auch beschnuppert.
Nur selber ist sie nie daran vorbeigelaufen.

Mit der Zeit habe ich mich tatsächlich "verarscht" gefühlt und habe, was nicht mein Wunschdenken ist, Gerte und Sporen mitgenommen....
Jetzt klappt es auch ohne Gerte.
Im Nachhinein bin ich mir immer noch nicht sicher ob es wirklich Angst war oder sie mich austesten wollte.......... :?

Das mit den Traktoren ist eine andere Geschichte, da iast ihre Angst zu spüren.

Gruess Brigitte

 
Hallo Brigitte

Oh, wie mir das alles bekannt vorkommt! 8) Ich habe einen 6 jährigen Freibergerwallach, der das gleiche seit einem Jahr praktiziert. Habe mich überall erkundigt was ich tun kann. Er war im Gelände sehr schreckhaft, jedes Blättchen das sich bewegt hat, war zu viel für ihn. So, nun habe ich also einigen Pferdeforen geschrieben und bekam eine (für mich) sehr ernüchternde Antwort, die ich dir auch nicht vorenthalten will, weil ich denke, dass du das gleiche Problem hast:

Wenn Pferde plötzlich vor allem und jedem Angst haben, dann liegt das nur an einem: Du bist nicht der Boss :cry: Das ist jetzt zwar etwas böse ausgedrückt, ich versuche es anders zu erklären. Also, dein Pferd hat nicht das nötige Vertrauen zu dir. Es merkt, dass du selber unsicher bist und in gewissen Situationen zögerst (was man ja verstehen kann) Zum Beispiel Traktor: Du siehst ein Traktor, denkst "oh mann, ein Traktor kommt!" Automatisch nimmst du die Zügel enger, stimmst? Du bist auf alles gefasst, du versteifst dich. Das Pferd merkt genau das und denkt: "oh Mann, meine 'Leitstute' hat Angst vor dem Traktor! Und wenn die Gefahr wittert, muss ich auch Angst haben!" Liegt ja in der Natur des Pferdes, wenn brenzlig wird, wird geflüchtet. Nur wann geflüchtet wird, dass bestimmt das Leittier!

Ich weiss, ist gar nicht so einfach die Angst loszuwerden. Wenn du an einen brenzligen Punkt kommst, dann rede nicht beruhigend auf sie ein! Sie merkt die Unsicherheit in deiner Stimme! Atme einmal tief ein und treib sie dann ganz bestimmt an. Am besten reitest du sie an den Zügel, das wirkt manchmal Wunder. Treib sie energisch durch, auch wenn sie zögert. ERST danach loben!
Das Pferd fragt dich als Leittier in jeder Situation nach. Wenn es vor sich etwas sieht, was ihm Angst macht, dreht es ein Ohr zu dir, um zu "hören" ob es ok ist. Wenn du nicht reagierst, bezw. die Zügel aufnimmst und beruhigend auf das Pferd einredest, dann verstärkst du die Angst. Versuche die Zügel locker zu lassen und treib bestimmt an. Du signalisierst so deinem Pferd, dass du den "Pferdefresser" gesehen hast, es aber ok ist und es keine Angst zu haben braucht. Notfalls steige ab, wenn dir nicht wohl ist und führe sie ganz entspannt vorbei. Immer noch besser als umzukehren, denn dann hast du den Kampf verloren!

Ist jetzt ein bisschen lang geworden, sorry... Ich wünsche dir viel Glück

Claudia

 
Hoi Claudia,

ja da hast Du recht, das Pferd spürt die geringste Regung. :?

Warum es eigentlich soweit kam....

Sie wurde einmal von einem Traktor gestreift.

Dann ist in der Gegend wo ich Reite ein Bauer, muss ein Mensch ohne Hirn sein,
den oft wenn man mit dem Pferd vorbeiritt oder den Traktor kreuzen musste, liess er etwas scheppern oder ein Heber liess er auf und ablaufen. :x

Natürlich hat es auch Bauern mit Hirn, die sogar ausweichen wenn sie können. Nur kann es das Pferd nicht unterscheiden.

Wenn wir im Wald oder Feld einem Traktor begegnen kann ich ausweichen oder wir habe Zeit das Ding zu kreuzen, da verspüre ich auch keine Angst.

Nur wenn da die Hauptstrasse ist, da wird mir schon mulmig, ziemlich feige gell, das Pferd merkt es natürlich....
Umkehren lasse ich sie nicht, da steige ich lieber ab.
Wenn sie auf dem Beton in den Gallopp fällt, da kriege ich schon weiche Knie, dies versuche ich zu ändern, ist nur ziemlich schwierig.
Auch fehlt mir die Zeit mit dem Pferd das "Ding" anzugehen, denn da kommen Kinder, Autos, Velos, Fussgänger oder Hirnlose Töfffaherer die den Motor aufheulen lassen, das zum Thema Rücksichtnahme.
Wenn das Pferd im Wald scheut, ist es nicht einen Bruchteil so schlimm.

Gruess Brigitte

 
Hallo Brigitte

Ja, das ist schon übel, wenn das Pferd dann einfach so los galoppiert. Vor allem auf Asphalt ist das wirklich nicht toll. Meiner hat das auch gemacht (voll über eine Hauptstrasse, hätte beinahe einen Unfall gegeben) An diesem Tag entschloss ich mich, dass ich keine Risiken mehr eingehen wollte. Ich hängte ihm eine Kandarre rein. (reite Western) Mit dieser Kandarre habe ich ihn jederzeit im Griff. Im Gegenteil, seit ich die drin habe, hat er es nicht einmal mehr versucht! Vielleicht wäre das mal vorübergehend eine Lösung, bis du und das Pferd wieder etwas sicherer sind. Ich weiss, ein scharfes Gebiss ist auf Dauer auch keine Lösung. Aber mein Leben war mir dann doch noch wichtiger, wie ein empfindliches Pferdemaul! Meiner hört nun auf die leisesten Hilfen. Brauche die Zügel eigentlich gar nicht mehr. Mit der normalen Trense hatte ich immer "Diskussionen". Jetzt ist er ganz brav und ich kann ihn ganz fein reiten. Und wie gesagt, er ist mir nie mehr durch gebrannt.

Claudia

 
Hoi Claudia,


das mit der Kandarre geht nicht, es muss anders zu lösen sein.
Im Moment haben die Traktoren auch noch so tolle Anhönger......für ein Pferd muss es arg aussehen.

Es geht mir nicht mal was mir passieren würde wenn........sondern die Folgen, wenn Unbeteiligte einbezogen würden.

Ich weiss, gut durchatmen.....tief im Sattel sitzen und so tun als könne man Es............ :wink:

Gruess Brigitte

 
Hi Brigitte

Ich kann dir nachfühlen, du weisst ja, dass ich mit Luca kämpfe... Ist nicht einfach seine Angst einfach zu überwinden. Drücke dir ganz fest die Daumen!

Claudia

 
Hoi Claudia,

jep, das wünsche ich Dir auch und vor allem die richtige Entscheidung, denn das Pferd ist ja für die Kinder gedacht.

Heute sind wir keinem Traktor in nächster Nähe begegnet :wink:

Auch am "gefährlichen" Haus geht sie vorüber, im Trab halt, aber sie geht vorbei.

Gruess Brigitte

 
Hi Brigitte

Super, dass ist doch schon ganz prima!!! Hauptsache vorbei und nicht rückwärts :wink: respect

Claudia

 
Hoi Brigitte!

Na das tönt ja nach einem ganz angenehmen Ausritt! sogar bei Sonnenschein? 8)

liebe Grüsse
Nati

 
Hoi Ihr Zwei :wink:

jep, auch beim schönstem Wetter war kein fahrender Traktor in der Nähe :p

Oft habe ich auf Regenwetter gehofft, weil diese pferdefressenden Monster dann eher selten rumfahren..... :lol:

Ich bin schon mal froh dass es mit dem Haus klappt.

Gruess Brigitte