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Leinenfrage

31 Antworten3'190 AufrufeGestartet von Benni ·

Jade
#21
Jaja Fachhandel und "Fachleute" :laughingmyassoff: :wall:

Glaub dem Pfosten kein Wort, der ist ja ein Idiot! Du kannst auch mit Geschirr und ohne diese behämmerte Schlaufe den Hund zum schönen Fusslaufen bewegen. Denk einfach dran, er ist noch ein Welpe. Er wird das nicht immert 5 min erlernen, muss er auch nicht. Lass ihm und dir Zeit denn das ist was der kleine benötigt und keine Tips von nem Militärhundefuzzi!

Benni
#22
@Jade
Es ist so schwierig...egal wen man fragt, jeder hat Tipps und "weiss" wie es "richtig" geht.
Grundsätzlich HÖRTE sich seine Erklärung bekloppt an, "SAH" aber irgendwie logisch aus. :rolleyes:
Momentan ist mir egal, ob er zieht...bzw mir geht es nicht um das "unerwünschte Verhalten" , sondern um Bennis Gesundheit. Je nach dem was er in den Kopf bekommt zieht er dermassen, dass er sich fast erhängt und würgen muss. Das ist doch furchtbar! Juckt ihn aber nicht gross...sobald das würgen vorbei ist, zieht er wieder wie verrückt :grumpy:
Gott bin ich froh, dass wir Samstag mit der Welpenschule starten. Denke die (sie hat einen sehr guten Ruf) können mir sicher viele Tipps geben...ich hätte nie gedacht, dass ich so unsicher sein würde :wall: ;(

Anne
#23
[QUOTE='Jade]Jaja Fachhandel und "Fachleute"

Glaub dem Pfosten kein Wort, der ist ja ein Idiot! Du kannst auch mit Geschirr und ohne diese behämmerte Schlaufe den Hund zum schönen Fusslaufen bewegen. Denk einfach dran, er ist noch ein Welpe. Er wird das nicht immert 5 min erlernen, muss er auch nicht. Lass ihm und dir Zeit denn das ist was der kleine benötigt und keine Tips von nem Militärhundefuzzi!
[/QUOTE]Danke, Jade.

Benni,

Geschirre wurden zum Ziehen erfunden, um den Hundehals zu entlasten, also das Zuggewicht optimal zu verteilen. Nicht, um den Hund zum Ziehen zu animieren - das machen die Zughunde von selber, respektive, es wird ihnen antrainiert. Dazu kommt, dass es zwischen den Zuggeschirren (sogenannte X-Backs oder H-Backs) und den normalen, alltagsgebräuchlichen Trekkinggeschirren auch Unterschiede gibt. Auch diese verteilen den Zug auf den Brustkorb, und nehmen ihn damit vom Hals weg (vorausgesetzt sie sitzen richtig), sind aber nicht auf das zusätzliche Gewicht von Lasten ausgelegt, sondern lediglich, um das Eigengewicht des Hundes abzufangen, damit er dieses nicht auf Halswirbelsäule, Kehlkopf, Luft- und Speiseröhre bekommt, sollte er an der Leine ziehen (konstant oder ruckartig mal reinspringen).

Das Leinenlaufen ist eine Erziehungsfrage. Erziehung ist eine Lernfrage.

Du kannst deinem Hund das saubere Leinenlaufen so oder so beibringen. Was er dir empfohlen hat (Schlaufe um die Brust, "Freiheit" als Belohnung), ist eine Möglichkeit, bei der du über sogenannte negative Verstärkung arbeitest - also, indem der Hund durch erwünschtes Verhalten (Nichtziehen) aus einer für ihn doofen Lage rauskommt (Schlaufe um die Brust, enger bei dir, "weniger" Freiheit) ihn eine für ihn bessere Situation ("Freiheit"). An sich kein beklopptes Prinzip, solange du an der Schlaufe nicht rumruckst oder ihn darin heftig zurückreisst, sondern die Situation auch mit Zug erträgst. Bei einem Hund, der die Leine eh schon bescheuert findet, würde ich das aber nicht so machen, weil er die Leine um den Brustkorb eventuell als bedrohlich empfinden könnte (aus irgendeinem Grund hört er ja auf zu Ziehen im Moment wo die Leine drumkommt, nämlich aus Unsicherheit) und dann noch negativer verknüpfen.

Über das gleiche Prinzip arbeitet der gängige Weg des Stehenbleibens. Jedesmal, wenn der Hund zieht, bleibt der Mensch stehen, und der Hund kommt keinen cm weiter. Auch das: Blöde Situation. Belohnung, wenn sich die Leine lockert: Weiterlaufen.

Eine weitere Methode ist das "Es lohnt sich, hinter mir zu bleiben". Du gehst mit dem Hund los, und solange die Leine noch locker ist (unter Umständen nach einem halben Schritt), lässt du ein Gudi knapp hinter dir auf den Boden fallen (so, dass Welpli es mitbekommt). Er wird es nehmen, du gehst zwei Schritte weiter, und lässt wieder eins fallen bevor er vor dir ist (dafür lohnt sich dann die 3m Leine wirklich). Das in kurzen Einheiten (5, 6 Mal wiederholen, manchmal auch nur 2, 3 Mal, manchmal 9, 10 Mal - bleibe undurchschaubar für den Hund, damit er nicht anfängt, Gudeli mitzuzählen und lernt, hey, nach dem 5. Mal kann ich vorpreschen, da kommt eh keins mehr!) immer mal wieder, und vor allem auch immer mal wieder, wenn der Hund das Verhalten von sich aus anbietet. Nach so einer Einheit kannst du ihn auch mit einem Rennspiel belohnen, du nimmst zB ein Spieli in die Hand, machst Quietschtöne und rennst ein paar Schritte mit ihm (nur wenige, ist ja noch ein Babyhund).

Überhaupt am Besten ist es, wenn du den kleinen für das Verhalten bestätigst, das erwünscht ist, anstatt auf das Verhalten zu reagieren, das unerwünscht ist (soweit das möglich ist, was beim Leinenlaufen auf jeden Fall gegeben ist). Also: Belohnen, wenn ers richtig macht, sei das stimmlich, mit Gutzi, mit Freiheit, mit einem Rennspiel, mit einem Schnüffelspiel oder auch damit, dass er wieder zurück darfs ins sichere Zuhause (übs bei euch direkt vor der Haustür).

(Zwischenbemerkung.. mein Beitrag wird mal wieder ein Roman..)

ABER

Das Problem, das du geschildert hast, scheint mir kein Leinenziehen im eigentlichen Sinn zu sein ("Ich will dahin, ich will dahin, ICH WILL DAHIN!!"), sondern ein Sträuben gegen die Leine. Deshalb würde ich die Leine erstmal positiv verknüpfen in Situationen, in denen er sich gut fühlt (beim Fressen, beim Schlafen, beim Spielen.. in der vertrauten Umgebung des sicheren Hauses), und draussen einfach drauf achten, dass ihr nicht dran rumzupft und zerrt und kein grosses Ding draus macht (nicht noch negativer belasten). Und wenn er sie dann ohne weiteres trägt, könnt ihr mit der Leinenführigkeit anfangen. Genau gleich würde ich übrigens auch Halsband und vor allem Geschirr mehrheitlich in positiven Situationen mal einfach anziehen. Ich habe jetzt nämlich einen Hund zuhause, der jedes Mal abhaut, wenn ich das Geschirr hole (Halsbandüberzeugte werden jetzt wissend Grinsen und etwas schadenfroh sagen, der Hund weiss halt, dass HB besser ist), und zwar ganz einfach, weil sie es in der Welpenzeit, wo die Welt noch dieser böse Ort war, der ihr Angst machte, nur dann angezogen gekriegt hat, wenns raus ging. Die Unsicherheit draussen hat sich so tief mit dem Geschirr verknüpft, dass sie das Anziehen jetzt bescheuert findet (nur das Anziehen - nachher trägt sies problemlos, und zieht auch nicht an der Leine).

Fazit:

Geh in ein anderes Geschäft, und kauf die ein Geschirr. Bitte, bitte, Trekking, kein Norweger.

Zieh dem Welpli das Zuhause immer mal wieder an, mit Leine dran und ohne.

Achte erstmal darauf, dass die Leine (ebenso wie HB und Geschirr) gerngesehen ist.

Geh in eine Welpenschule, in der sie dir zeigen, wie man Leinenführigkeit übt.

Und sonst noch generell zum Thema Leine / HB, schau hier:

http://mairin.jimdo.com/life/geschirr-und-halsband/

Sorry für den langen Beitrag..

Grüessli!

Anne

Benni
#24
@Anne
Ui, vielen Dank für diese ausführliche, interessante Erklärung!
HB trägt er eh den ganzen Tag. Daran ist er gewöhnt und es scheint ihn nicht zu stören. Ich habe gestern zu der neuen Leine ein Geschirr gekauft (eigentlich halt nur fürs Auto). Da ich wirklich ein riesen Naivchen zu sein scheine, hab ich Benni nicht mit zum Kauf genommen und das Teil ist viel zu gross :laughingmyassoff: So what..er wächst ja zum Glück noch :D
Ich werde heute ein kleineres kaufen und ihm dann direkt anziehen. Habe mir überlegt, dass er, nachdem ich es ihm angelgt habe, ein neues Spielzeug bekommt. Und dann lass ich ihn mit Geschirr mit dem neuen Spielzeug spielen. Das wäre doch gut, oder?
Ja und letztlich habt ihr mich überzeugt, dass ein Geschirr zumindest gesünder für den kleinen Knopf ist.

Wie lange hat es denn bei euch so (ungefähr, klar, jeder Hund ist anders) gedauert, bis ihr glücklich wart mit dem Leinenlauf eures Hundis? Ich frage mich nämlich langsam, ob ich zu schnell zu viel möchte und ihn damit überforder und eben genau das Gegenteil erreiche :rolleyes: :wall:

Anne
#25
[QUOTE='Benni]Und dann lass ich ihn mit Geschirr mit dem neuen Spielzeug spielen. Das wäre doch gut, oder?
[/QUOTE]Grundsätzlich ja - im Geschirr positive Sachen machen hilft. Aber auch hier, werde nicht durchschaubar, belohne ihn variabel, will heissen: mal gibts Spiel, mal gibts Lecker, mal gibts Streichel, mal gibts gar nichts. Generell würde ich versuchen, kein all zu grosses Tamtam draus zu machen, damit du dir kein Problem anerziehst, wo keines ist (hibbeliger Hund, der im Geschirr immer was ganz spannendes erwartet und dich sonst eventuell zu korrigieren anfängt, wenn mal nix kommt). Also Geschirr drauf, und dann ignorieren, Geschirr wieder ab, wenn er sich damit irgendwo ruhig hingelegt hat oder entspannt seinen Dingen nachgeht, manchmal auch Spiel, Gutzi etc, aber immer nur dann, wenn er sich vorher entspannt hat.

Mairin war wohl etwa 6 Monate alt, als ich mit der Leinenführigkeit grösstenteils zufrieden war. Und dann konnte ich nochmal vorne anfangen, als sie etwa ein Jahr alt war :D Glaube nie irgendwem, dass irgendeine Methode innert wenigen Tagen eine 180° Wende beim Verhalten geben wird. Wenn dir das ein Trainer sagt, geh da weg. Das Erlernen, Abspeichern und Generalisieren von Verhalten braucht viel Geduld und kleine Schritte in kurzen Einheiten. Ihr habt ja keinen Stress - nehmt euch Zeit!

Frau_D.
#26
[QUOTE='Benni]Je nach dem was er in den Kopf bekommt zieht er dermassen, dass er sich fast erhängt und würgen muss. Das ist doch furchtbar! Juckt ihn aber nicht gross...sobald das würgen vorbei ist, zieht er wieder wie verrückt :grumpy:
[/QUOTE]Japp, das ist ein weiterer Grund, warum ich auf Spaziergängen das Geschirr benutze... Ich sehe in der Welpenschule auch immer zwei, die zerren, würgen, halb kotzen, husten... nur weil alles so spannend ist.
Benni
#27
@ Anne
6 Monate? Oh Gott sei Dank! Dann haben wir ja wirklich noch viel Zeit! Ok, erster Schritt: Ich hör auf mich so unter Druck zu setzen! 2. Schritt: Ich hör auf Benni unter Druck zu setzen! 3. Schritt: Ich geb uns Zeit und gestalte Leine/Geschirr positiv! 4. Schritt: Benni wird ein toller "Leinenhund"! :laughingmyassoff: :headbang:

Dickes :thanks: für die super Tipps und die Geduld mit mir ;)

Frau_D.
#28
:thumbsup:
Anne
#29
[QUOTE='Benni]Dickes für die super Tipps und die Geduld mit mir
[/QUOTE]Sehr, sehr gern geschehen :) Geduld ist eben die Zauberzutat - nicht nur mit dem Hund, auch mit sich selbst und anderen Menschen ;)

Etwas ist mir noch eingefallen..

Führt doch ein Ritual ein, das Benni signalisiert - jetzt wird das Leinenlaufen geübt! Und dann wird da aber auch ganz korrekt drauf geachtet. Das kann zum Beispiel sein, dass ihr die Leine ins HB einhängt. Oder dass er einfach das HB zum Geschirr dazu angezogen bekommt (die Leine bleibt aber am Geschirr). Oder dass er zB dann, wenn ihr grad nicht übt, er also auch mal Ziehen darf, ein Tüechli um den Hals trägt. Oder das Tüechli, wenn ihr übt.. einfach ein Ding, das für Benni den Unterschied macht - jetzt üben wir Leinenlaufen! Dann macht ihr das konzentriert für ein paar Schritte, nach Methode, die euch passt, und nachher kommt das Signal für Leinenlauftraining wieder weg (oder halt das Signal für "Freizeit" wieder dran). Das deshalb, weils im Alltag so aussieht, dass ihr auch mal einfach rasch wohin müsst mit dem Kleinen, mal eben kurz Pipi, oder in die Stadt, oder dass der Trainingsfokus grad mehr auf Umweltreizen liegt und nicht auf Leinenlaufen. Diese Momente werden genau so häufig, oder sogar häufiger sein, als ihr tatsächlich Leinenlaufen übt. Mit jedem Mal, wo der Hund aber merkt, dass er sich eigentlich gar nicht an eure Regeln zu halten braucht, und trotzdem ans Ziel kommt, gräbt sich das unerwünschte Verhalten (Ziehen) tiefer ein, und wird schwerer abzutrainieren. Mit dem Ritual schafft ihr einen klaren Rahmen, der für Benni verständlich ist. Das kann dann später entweder abgebaut werden, oder ganz einfach beibehalten.

Ich denke, das werden sie euch in der Welpenstunde nochmal erklären :) Darf ich fragen, wo du hingehen wirst? Und welches Geschirr der Kleine bekommt (nicht aus Kritik, sondern weil ichs immer spannend finde, was anderen Leuten gefällt :D )?

Benni
#30
@Anne
Wir gehen zur Welpenschule-Altburg in Regensdorf. Die soll ganz gut sein und eine Alternative ist fast schwierig, da Benni noch nicht ans Autofahren gewöhnt ist (wir starten heute gaaanz langsam damit), ergo ich noch nicht weit mit ihm weg kann. Die Oberglatter Knurrli sollen toll sein...leider zu weit weg für den Moment ;(
Gestern hab ich ein Geschirr gekauft, dass ich persönlich sehr angenehm finde durch die Handhabung. Es ist von Swiss Pet. Leider finde ich gerade kein Bild dazu...es ist aus Nylon und recht weich (dachte das wäre erstmal besser als harte Riemen) und man muss nicht viel "rumfuddeln", sondern kann es einfach über die Vorderpfoten ziehen und auf dem Rücken schliessen - fertig. Zudem hat es noch ne Sicherung, so dass es nicht (wodurch auch immer) einfach aufspringen kann. Himmel, ich und meine Beschreibungen...ich hoffe man kommt einigermassen draus. :rolleyes:
Wie gesagt, ich kaufte es gestern mit dem Gedanken es nur zum Autofahren zu nutzen.
Ich denke ich halte mich dann mal an deinen Rat und schaue nach einem Trekkinggeschirr. Gibt es da ein spezielles, was du mir empfehlen würdest?

Anne
#31
Das ist ja an sich schon ein Trekkinggeschirr - Trekking bezeichnet einfach diese Form (Klick), im Vergleich zu dieser (Klick). Von daher schonmal richtig! Beim Welpen würd ich drauf achten, dass es gut verstellbar ist. Ich find die von Feltmann (www.brustgeschirr.ch) sehr gut, die liegen gut an und sind überall verstellbar, die findest du bei Meiko (weiss nicht, ob ihr einen in der Nähe habt). Bei Qualipet gibts die von Hamilton, die auch ganz gut finde, und sonst die üblichen Sachen von Rogz. Online gibts bei huskypower verstellbare Geschirr von Kiwaq, die find ich auch sehr gut: http://huskypower.ch/geschirre.html (runterscrollen bis Kiwaq Geschirr Klein - verstellbar).

Wenn der Hund dann mal nicht mehr wächst, und du beim Geschirr bleiben möchtest, dann würde ich dir ein massgeschneidertes, gut unterpolstertes empfehlen, von Camiro zum Beispiel ( http://mairin.jimdo.com/life/geschirr-und-halsband/erprobte-tgs/ ), aber ganz ehrlich, für einen im Wachstum begriffenen Welpen würde ich mir diese Ausgabe noch sparen und eher auf gute Verstellbarkeit achten, damit das Geschirr mitwachsen kann.

Benni
#32
:zora: :zora: :zora: Ich hab mal etwas richtiges gekauft!!! :zora: :zora: :zora: :laughingmyassoff:
Ist gut, ich schau nach deinem Empfehlungen. Hach, hab ein richtig gutes Gefühl bei der "Leinensache" jetzt :zora:

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