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Junghündin trifft auf Welpe

9 Antworten1'004 AufrufeGestartet von Nikit ·

NikitThemenstart
#1
Hi Fories

Heute war mein Rudel mit einer ihnen bekannten Junghündin (Husky, 13 Monate alt) unterwegs in einem Freilaufgebiet.
Folgende Szene hat sich zugetragen, wovon ich gerne eure Meinungen, Verhaltensanalysen oder Verhaltensinterpretationen hören möchte.

Alle Hunde liefen frei. Nikita (w, kastriert 7 jährig), Phillis (m, kastriert 6j.) und Piro (m, unkastriert 3jährig) spielen zusammen mit der Junghündin (w, unkastriert 13 Mt.) ausgelassen an der Birs. Nikita hält sich grössenteils aus dem Spiel raus, ist aber total happy. Piro, Phillis & Junghündin spielen, rennen und schnüffeln gemeinsam. Es kommt ein grossgewachsener 4,5mt. alter Welpe entgegen, frei. Piro & die Junghündin werden festgehalten. Phillis und Nikita dürfen schnüffeln und gehen dann von alleine weg. Besitzerin des Welpen bleibt bei uns und wir beobachten die Hunde und unterhalten uns. Piro darf unter meiner Aufsicht dann alleine zum Welpen. Als ich sah, dass er absolut kein Problem hat mit ihm liess ich Piro frei. Meine Kollegin lässt auch die Junghündin los... Diese schiesst auf den Welpen los, verfällt in ein aufgeregtes Knurren, versucht relativ sanft den quirlig ängstlichen Welpen zu Boden zu bringen, knurrend. Auch verfolgt sie den Welpen, wenn der mal eine kleine Runde dreht, sofort mit diesem Verhalten. Meine Kollegin hat dieses Verhalten ihrer Hündin nicht toleriert und sie wieder zu sich genommen. Wir versuchten es noch 2 mal, aber die Junghündin war richtig gigerig auf den Welpen, wollte ihn besteigen, im Nacken zu Boden drücken, bedrängen und auch als dieser ein wenig fiepsend am Boden lag, gab sie keine Ruhe. Piro lief den Beiden jeweils nach, rührte aber weder den Welpen noch die Junghündin dabei an. Ich sah ihm aber an, dass auch er so ein bisschen in rage (spielerisch ??) geriet und lenkte dann jeweils seine Aufmerksamkeit auf mich. Der Welpe ging immer wieder zwischen Menschenbeine, drehte aber auch relativ fröhlich seine Runden mit den Grossen.
Laut meiner Kollegin, versteht sich ihre Junghündin bis anhin mit jedem Hund und sie konnte dieses Verhalten noch nie beobachten bei ihrer Hündin.

Wie würdet ihr das Verhalten der Junghündin interpretieren?

Ich habe selber zwei drei Möglichkeiten des Warums für mich gefunden. Möchte aber gerne zuerst eure Meinungen lesen. ;)

LG
Nikit

Bibu
#2
Ich würde jetzt einfach ohne gesehn zu haben, auf ein dominierendes Verhalten tippen, solala: Piro gehört mir???

Ich nehme mal an es ist die Hündin die ich denke. Sie ist ja ansonsten sehr freundlich und aufgeschlossen

Pixel-Paws
#3
klingt hart, aber hört sich für mich nach mobbing an. :S snoopy macht das genau gleich bei unsichereren hunden (auch junghunden). er gehts auch knurrend auf sie und probiert sie zu bodigen, auch wenn sie sich unterwerfen, macht er weiter. ich unterbinde es gnadenlos!

Melodie
#4
Ich konnte das auch beobachten als ich mit Erjon als Welpe die Geschwister, Mutter und Tante wieder getroffen habe. Er wurde sofort von den erwachsenen Hündinnen eingeteilt. Ich vermute die haben den Rang geklärt und ihm seine Position klar gemacht.

sighthound
#5
für mich ist es dominanzgehabe. meine eher unsichere, ängstliche hündin dawn kommt schon auch mal auf solche ideen, allerdings nicht mit zu boden drücken und knurren, dafür mit jagen und "giggerig" sein auf den andern. tut sie nur bei solchen, denen sie sich überlegen glaubt. wird natürlich sofort unterbunden. meine beiden sicheren hündinnen würden nie auf die idee kommen. dawn selber ist oft opfer von dominanten hunden.
als ich nur nastassja hatte, wurde sie, wenn ich die züchterin besuchte, von einem einzigen hund, genau so behandelt wie du es beschrieben hast: von der rangniedrigsten hündin (der späteren mutter von dawn).

Nikit
#6
Hey das ist ja total spannend zu lesen!! :thumbsup: Danke schonmal für eure Beiträge!

Bitte noch mehr! :D

Hier mal ein Foto vom braven 4er Team :P



inhii
#7
Klingt schon als ob die Junghündin die jüngere unterbuttern will und sie dominieren will.

Pyri hatte auch so eine Phase mit ca. 14/15 Monate hat es angefangen. Bei uns wurde dann Diuni läufig und Pyri wurde kommisch. 1 Monat später wurde Pyri auch läufig und das Verhalten verschwand vor ca. 2 Monaten. Also hatte sie irgendwie 3 Monate vor und um die Läufigkeit herum so eine Spinnphase wo sie nur gleichaltrige und jüngere Hündinnen versuchte zu bodigen.

Sogar ihre Welpenkollegin wo sie immer spielte wurde auf einmal in der Hundeschule angemacht. Also schon mehr als angemacht. Sie ging hin, fixierte sie, Kopf Nasen seitlich zueinander so dass sie sich ins Auge schauen konnten und dann knurrte Pyri los und keiffte. Es ist nichts passiert ausser ein Gerangel ( die andere Hündin hat es mit Spielen ablenken wollen) und ich nahm einen Hechtsprung auf Pyri und legte sie auf den Rücken weil ich sowas nicht dulde. Sie hatten nach dem eben die 2-3 Monate bis Pyri ihre Läufigkeit ganz abgeschlossen hatte immer etwas Probleme von Pyri's Seite aus. Pyri fixierte sie immer in der Hundeschule. Ganz kommisch.

Heute gehts wieder gut und der junge Malimix vom Wochenende hat sie auch überhaupt keine Anzeichen gemacht als wolle sie sie dominieren. Also kann ich annehmen die Phase ist um, bin aber trotzdem noch vorsichtig und nehme sie weg wenn sie eine zu steif anstarrt.

Pyri ist gerne eine, welche andere Hunde im Spiel dominiert und auch sonst. Obwohl sie nicht agro ist sondern immer korrekt. Bis auf diese Phase.

ich hoffe nur es wird nicht bei jeder Läufigkeit ein Problem sein. Mein Hundetrainer meinte es seien viele Faktoren. Hormonell, das Alter als solches (sie werden erwachsen und wollen es testen) und bei diesem Fall von uns, dass die andere Hündin grad 1 Monat zuvor kastriert wurde.

Könnte ja sein, dass diese Junghündin bei deinem Fall auch wegem Alter selber und evtl. wird sie auch läufig?

Ich persönlich finde es gut, hat sie es nicht toleriert dass die Junghündin den ,,Welpen,, so dominiert und belagert. Vielleicht war sie auch bisschen ,,geladen,, weil sie als letzte hin durfte zum Welpen?

Aber ist immer schwer zu sagen wenn man die Hunde nicht kennt und es nicht gesehen hat. Was meinst du den was es gewesen sein könnte?

Nikit
#8
Danke für eure Beiträge!

Ich denke auch, dass es um das Ranggefüge ging.
Da die Hündin dieses Verhalten sonst (sie ist Einzelhund) bei Hundebegegnungen nicht so zeigt, denke ich hat es auch stark mit der Gruppe zu tun. Sie ist ja in meinem Rudel die rangniedrigste, was sie auch (noch) überhaupt nicht in Frage stellt. Jetzt kommt also (endlich) mal ein neuer Hund in die Gruppe, der sich deutlich unterwürfig zeigt. Also nutzte die Hündin die Gelegenheit ihre "neu gewonnene Macht" zu demonstrieren. Ich könnte mir auch so vorstellen, dass sie dem Welpen einfach deutlich genug zeigen will, dass er dann hier nix zu melden hat und sie so ihren neu gewonnene etwas höhere Position total ausspielt. Also du willst in die Gruppe, also sage ich dir wie du dich zu benehmen hast.

Total spannend jedenfalls, finde ich.

Nur, soll/muss man diese Verhaltensweise überhaupt unterbinden? Wenn ja, wie und vor allem wann?
Lernt der Hund überhaupt etwas wenn man ihn in Situation xy mit Methode zy korrigiert oder ist das in den Genen einfach schon so fest fixiert, dass das eh für die Katz wär? Also was bringts? Wie würdet ihr mit dem Welpen umgehen? Oder wie sollte sich die Welpenbesitzerin verhalten?

Bin gespannt auf eure Meinungen! :thumbsup:

lg
nikit

inhii
#9
@nikit

Also ich persönlich würde es bei meinem Junghund unterbinden oder versuchen gar nicht dazu kommen zu lassen (wenn man es jetzt ja weiss) weil ich schiss hätte, dass sie so Erfolg hat und sie es dann später bei jedem Schwächeren macht den man antrifft. Und das möchte und kann ich nicht brauchen. Meine Meinung.

Hätte ich in der Phase von Pyri als sie so grossgekotzt war machen lassen, hätte sie das bei jeder Jüngeren Hündin gemacht, wollte sie ja auch. Stell dir das mal vor? Nur bei Pyri wars so, dass sie nur kurz keiffte und drauf ging und dann wars gut, also nicht lange verfolgte usw. Aber auch das will ich nicht. Klar, andere sind der Meinung es ist ,,normal,,. Ist es ja auch, es ist die Hundesprache. Aber ich finde immer, die Hunde können auch feine Zeichen setzen und nicht grad wie ein Rüppel drüberfahren. Es geht alles auch netter, leiser, feinere Zeichen. Klar, ist auch bekannt, dass Nordische nicht die ruhigsten sind sondern klare Ansagen machen und sie schnell laut werden. ;)

Finde es noch schwer wie weit man es machen lassen soll. Käme bei mir auch sehr drauf an wie der Welpe sich verhält. Ist er stabil und aufmüpfig (also kommt immer wieder zur Junghündin) oder geht der Welpe weg und die Junghündin verfolgt den Welpen. Weil dann ginge es echt schon unter mobbing.

Aber werden sich sicher noch mehr Leute dazu äussern. :D

Ob so ein Verhalten in den Genen liegt? Ich finde es liegt in den Genen ob ein Hund Sozialdominant ist. Das heisst aber nicht ein Monster sein sondern ruhig und korrekt. Pyri ist laut Hundetrainer Sozialdominant aber auch wenn sie es nun wirklich ist, muss ich ihr lernen (sofern sie es nicht von alleine kappiert) wie sie ihre Dominanz äussern darf. Sie darf dominieren aber nicht wie eine Furie drauf los. Und das finde ich kann man einem Junghund lernen. Pyri darf sich wehren und sich verteidigen aber die Dominanz hat sie möglichst korrekt und souverän zu zeigen.

Wie man mit dem Welpen umgeht? Kommt drauf an wie der ist. Wenn frech und aufdringlich soll ers nur lernen und zurechtgewiesen werden. Aber wenn der Junghund mein Welpe nonstopp bodigt und verfolgt, würde ich stinkig werden, meinen Welpen nehmen und gehen. Da muss man halt schauen wie stabil der ist.

Schwierig schwierig, weil da gehen die Meinungen wohl wieder extrem auseinander. :idontknow: Und merke auch es ist sehr schwer zu schreiben, dass es richtig rüber kommt. :blush:

andi+rudel
#10
ich würde, wenn es mein welpe wäre ihn hier auch raus holen..vor allem wenn es doch zu eher mobbing ausartet.
indem man ihn aus der situation holt, zeigt man ihm auch, dass man es für ihn regelt und das fördert vertrauen. allerdings bleibt es eine gradwanderung..man könnte ihn auch so damit ungewollt bestärken, was sich später nicht unbedingt nur postiv bemerkbar macht. wäre er wesentlich jünger, müsste man nat. sowieso früher eingreifen.
allerdings zählt er ab dem alter bereits als junghund und man wird nicht alles von ihm fernhalten können. noch sollte er wohl soviel als möglich positive erfahrungen mit anderen hunden machen und da zählt das geschilderte nich gerade dazu.
die junghündin fühlt sich im verband/gemeinschaft "stark"..dann kommt ein schwächerer, noch dazu als eindringling in die gemeinschaft. das perfekte opfer. da sie selbst noch vom alter her pupertär ist, wird sie sich so eine chance nicht entgehen lassen.
ich pers. glaube nicht, dass es mit jeglichen besitzansprüchen gegenüber piro zu tun hat. eher damit, dass sie nicht alleine war und er wiederum durch seine anwesenheit ihr die nötige -rückendeckung- gegeben hat.
interessant wäre es jetzt noch beobachten zu können, wenn die hündin alleine auf den junghund träfe. hier wäre eine beobachtung genauso aufschlussreich.
ich würde dies jedoch auch nicht dulden und die junghündin da raus holen. sie hat das in dem mass nicht zu regeln.

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