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Härte antrainieren

14 Antworten1'297 AufrufeGestartet von rabutz1991 ·

rabutz1991Themenstart
#1
Hallo zusammen

Hab da mal eine frage, und versuche sie möglichst verständlich zu formulieren.

Rafa ist schon ein recht zäher aber sehr sensibler Hund. Die reisst sich z.b eine Kralle Komplet ab und macht keinen mucks vor sich.
Nun meine frage.
Kann der Mensch die Härte des Hundes antrainieren?
Es gibt Hunde die kann man nicht mal richtig anschauen so quietschen sie.
Also ich hab Rafa nie übermässig verhätschelt wenn sie was hatte. Hab schon für sie geschaut ;) aber sie musste z.b auch mal paar Schritte laufen mit verband ;) ) hätte ich sie mehr verhätschelt wäre sie dann auch etwas mehr Schmerzhafter?
Oder prägt das leben den Hund so sehr das ihn abhärtet?
Oder ist es einfach nur Charakter?
Ich hoffe ihr versteht mich nicht falsch? Die wenigen die mich kennen wissen wie ich das meine ;)
Vielen dank für Antworten
Schöns Tägli


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Sassy
bearbeitet #2
Na das ist eine interessante Frage. Ich erzähl dazu mal eine Geschichte von meinem ersten eigenen Hund einem Collie Rüden. Als der Kleine erst kurze Zeit bei mir war, schaute er einem Nachbarhund nach, übersah deshalb wo das Trottoir fertig war und vertrat sich das Bein. Ich war total erschrocken als ich sah, das der arme Kleine humpelte. Und was mache ich? Klar logo, ich tröste den Kleinen und klar hatte ich Angst es könnte was Schlimmeres sein und nahm ihn hoch. Als braves Frauchen habe ich ihn natürlich nach Hause getragen und auch da durfte er noch auf den Schoss. Es war nichts Schlimmes, der Kleine hatte sich nur das Bein vertreten, aber auch gelernt, dass man Frauchen weichkochen kann, wenn man humpelt. Irgendwann hat er es aufgegeben, weil ich ihn durchschaut und es ignoriert habe. Es ist also schon so, dass unser Verhalten da Einfluss hat. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass es unter den Hunden Indianer(der kennt keinen Schmerz) gibt und Mimosen.

balu06
#3
Auch ich hätte dazu eine Geschichte: Balu hat sich in seinem ersten Lebensjahr an der Pfote verletzt. Er ist wohl auf einen feuchten Baumstrunk gesprungen und so unglücklich geschlittert, dass er sich den einen Nagel bis ganz hinten aufgeschlitzt hat. Kein Jaulen, kein Humpeln, rein gar nichts - bis er 4 Tage (!) später völlig ermattet nur noch rumlag, nicht mehr fressen wollte, sich heiss anfühlte... Fazit: 40° Fieber - aber immer noch kein Humpeln. Beim TA haben wir gemeinsam nochmals alles abgesucht, wo denn was sein könnte (er hat immer noch nicht gehumpelt!), aber erst als wir ein winziges Tröpfchen Blut auf der Unterlage fanden, konnten wir uns die Pfote genauer ansehen und mit Verarzten beginnen.

Zugegeben - damals war ich unerfahrene Neuhundehalterin, heute würde ich ihn (vielleicht / hoffentlich) wohl besser "lesen" können. Trotzdem - ich denke, es gibt wie bei uns Menschen auch Hunde/Tiere, die eine höhere oder tiefere Schmerzschwelle haben. Er ist auch heute noch "hart im Nehmen", wenn's um körperliche Schmerzen geht. Klar macht unsere direkte Reaktion auf einen Vorfall auch einen guten Teil am weiteren Verhalten des Hundes aus, aber die erste, spontane Reaktion des Tieres wird dadurch wahrscheinlich nicht gross beeinflusst.

Guest
#4
Alle unsere 3 DSH waren böse gesagt richtige Jammerlappen :D Die wurden nie verhätschelt und waren extrem wehleidig... schon eine Impfung beim TA hörte sich immer an, wie ein Schlachttermin :ugly:
Belle wurde, seit sie bei mir ist, verhätschelt (bin ehrlich :blush: ) und die ist eindeutig ein Indianer, leider schon zu viel Indianer, da sie Schmerzen auch nicht anzeigt, wenn man ihn auslöst... deshalb für Anamnesen durch den TA sehr schwierig...

peppermintkea
#5
Ich hab auch einen riesen Jammerlappen zuhause und gebe zu, dass sie auch ein wenig verhätschelt wird :)
Vom Gefühl her glaube ich aber eher, dass es hauptsächlich eine Charakter Frage ist.

andi+rudel
#6
ich denke es hat viel komplexere masse als wir glauben.
auch welpen, wenn sie als solche mal anständig durchgeknuffelt werden, können sich durchaus an solche "groben" dinge gewöhnen. heisst man kann sie auch mal tätscheln, ohne dass sie gleich qietschen.
ich denke durchaus dass auch hier ein wenig abhärtung ganz gut tut.
bekommt ein hund jedoch nach jedem kleinen "aua" viel aufmerksamkeit könnte durchaus auch ein "weichei" daraus werden. das liegt nicht immer nur am hund, sondern grossteils auch daran wie wir uns verhalten.natürlich gibt es wiederum hunde, welche schmerzen besser wegstecken als andere.
ich denke da an unseren maxi, welcher zeitlebens immer wieder mal mit grösseren schmerzen leben musste und ihm durchaus nichts anzumerken war.auch er war ziemlich abgehärtet und ein teil..machte da wohl auch die rasse aus.
die hunde brauchen länger um schmerzen anzuzeigen und sind im gesamten einiges schmerztoleranter.
auch ayla veträgt in dieser hinsicht sehr viel..
hat aber gelernt, dass mit einem gezielten qietschen, wie z.b. beim bürsten erst einmal die handlung bürsten auf "sensitiv" verlagert wird und man eine ihr genehmere, wenig ziependere stelle in angriff nimmt.
schmerzen bei wunden z.b. zeigt sie überhaupt nicht an und das macht es nicht gerade einfach.

Spuki
#7
Ich weiss nicht, ob man das als Besitzer steuern kann. Dafür habe ich zu wenig Erfahrung. Aber Spike ist brutal hart im Nehmen, wenn er dann zeigt, dass etwas nicht in Ordnung ist, dann ist es oft so, dass wir schon fast notfall mässig zum TA müssen. Ich denke, er wurde durch seine Lebenserfahrungen so. Er musste schon viel einstecken und ertragen, das hat ihn sicher auch stark gemacht. Ich "betüdele" ihn schon stark und trotzdem ist er kein Weichei geworden. Es ist nicht immer einfach, dass er Schmerzen nicht oder erst spät zeigt.

Guest
#8
Ich denke, er wurde durch seine Lebenserfahrungen so. Er musste schon viel einstecken und ertragen, das hat ihn sicher auch stark gemacht. Ich "betüdele" ihn schon stark und trotzdem ist er kein Weichei geworden.
Das könnte natürlich auch auf Belle zutreffen.... ich weiss es nicht.

Aber ich habe mit der Zeit sicher gelernt, vorallem bei den Schäfis, ruhig zu bleiben, auch wenn sie jammern wie die Grossen. Gravierendes hatte gottseidank noch keiner unserer Hunde.

Ina
#9
Ich sehe es jeden Tag.Es gibt wirklich echte Memmen ( ja sogar Polizeihunde) und echte Indianer. Ich denke durchaus das man als Besitzer einen Einfluss auf den Hund hat.Ina hat ja das Gefühl das sie unsterblich ist und Schmerz braucht der Mali:-) Bei ihr habe ich bewusst reagiert wenn sie gelahmt hat oder mal wieder Vollspeed in den Robidog geknallt ist. So hat sich das eingependelt wenn sie sich zum Beispiel etwas eingetreten hat, kommt sie auf: " Chums cho zeige" zu mir. Wenn ich es dann in Ordnung befinde darf sie wieder gehen. Ina rennt mit 40 Grad Fieber draussen rum und mittlerweile erkenne ich es an ihren Augen wenn was nicht stimmt.
Viele Besi verweichlichen aber ihre Hunde schon und dann wirds extrem schwierig den Hund zu untersuchen, wenn der schon schreit bevor man ihn anfässt.
Aber ich glaube es gibt Hunde die haben eine extrem hohe Schmerzgrenze und ein anderer reagiert schon auf einen kleinen Pieks. Ist bei uns Menschen auch so :-)

sent from my Nespresso-what else...

tabasco
#10
Ich weiss nicht, ob man das antrainieren kann. Mein früherer Hund war eine Mimose, und wenn es gar die Pfoten betraf, dann lag er jeweils im Sterben. Und wir sind nie übertrieben darauf eingegangen.

Tabasco hingegen ist eindeutig ein Indianer, schon von klein auf. Er hat in seinem Leben noch nie gehinkt, und auch wenn er mit dem Kopf voll in etwas rein läuft: Keine Reaktion, nicht mal ein kurzes Schütteln. Das einzige, wo er empfindlich ist, betrifft die Haut bzw. das Fell: Eine festgebissende Zecke zeigt er schnell an, ebenso eine Klette im Fell. Die muss er sofort entfernen.

shadow
#11
ICh habe beides zu Hause... der Grosse ist absolut nicht wehleidig und man merkt meist fast zu spät wenn was nicht i.O ist. Der Kleine wiederum will bereits ab dem kleinsten sterben :D Verhätschelt habe ich keiner der beiden- im Gegenteil, ich behandle beide genau gleich, egal ob gross oder klein!

Isabel
#12
Auch wir haben Beides, allerdings sind es 2 Indianer und nur 1 Weichei. Sie sind halt unterschiedlich, wie Menschen auch.
Wir können das durch unser Verhalten nur mäßig beeinflussen, in die eine oder andere Richtung. Mein Sensibelchen wird daher bei kleineren Wehwehchen nicht wirklich bedauert.

rabutz1991
#13
Interessant :) Finde krass das beide: Indianer und mimöse ;) zusammen im gleichen Haushalt gibt. Das der eine dem anderen nicht abschaut.
Auch das es so viele Indianer gibt.
Könnte es ein Stück weit auch Rassenbedingt sein? Oder spielt das keine grosse Rolle?
Ich wünsche mir oft das Rafa es mir früher mitteilen würde. Klar hat es auch Vorteile, wie das mit der Spondylose.
Ein andere würde sich's extrem anmerken lassen und Rafa geht " locker" mit dem obwohl ich denke das sie nicht "so" grosse Schmerzen hat, da ich die kleinsten Anzeichen der schnerzensgrenze langsam bemerke.
Doch dann kommt mir die frage, wie es wohl wäre Wenn sie eine Mimose wäre? ;) vielleicht könnt ihr mir ähnliches darüber erzählen? Würd mich sehr intressieren
Dankeschön :)


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pama
#14
Also Magsie war definitiv Indianer, sie hat nie gejammert, auch nicht als sie große Schmerzen gehabt haben muss, beim Darmverschluss, da hat sie die Tierärzte noch freundlich angewedelt und alle Unteresuchungen inklusive am Bauch rumdrücken ganz lieb mitgemacht. Am Gesicht sah man dann zwar, dass das wohl schmerzt aber gewinselt hat sie nicht....
Und Bertha ist soweit ich das einschätzen kann auch wieder Indianer, impfen, kein Problem, Hauptsache man kann mit dem Tierarzt flirten. Nach dem Unfall, als sie intubiert werden musste, kaum war sie stabil, extubiert schon wieder am Wedeln und sich freuen einem zu sehen, also ich bin definitiv wehleidiger als mein Hund!


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Fay
#15
Es ist sicher nicht rassenbedingt, da ich schon beides hatte.
Jessy, unsere erste Chow-Hündin war eine richtige Indianerin und wenn sie mal gejammert hat, wussten wir, dass etwas war. Einmal hat sie immer so vor sich leise hin gewinselt, doch wir konnten nichts feststellen. Also gingen wir zum Tierarzt, der aber nichts erkennen konnte (man sah auch nicht ob etwas vorne oder hinten, oben oder unten war). Kaum zurück hat sie wieder gewinselt. Also am nächsten Tag wieder zum TA und wieder hat sie dort nichts angezeigt. Da meinte der TA, dass er sie einen Tag bei sich behält und sie die ganze Zeit bei der Anmeldung bleibt, in 8 Std. werde sie doch mal etwas anzeigen...aber nö, nichts war. Wieder zuhause winselte sie und dann entdeckten wir doch ein leichtes Hinken hinten, kurze Zeit später wurde ihr das gerissene Kreuzband operiert ;-) Bei den Untersuchungen hat man aber auch festgestellt, dass sie einmal einen Beckenbruch hatte...davon hatten wir nie etwas mitbekommen :shock: Ob sie so eine Indianerin war, weil ihr Start ins Leben schon am seidenen Faden hing (bekam mit 2 Wochen Zwingenhusten und hing am Tropf), darüber kann man nur spekulieren.
Xilon, mein Chow-Rüde, hingegen war kein Indianer. Kaum hatte er etwas an der Pfote, setzte er sich hin und strecke sie mir entgegen, damit ich nachschauen konnte. Er war auch nicht der Läufer und wenn er fand, dass er während einem Spaziergang eine Pause benötigt, fing er an zu hinken. Auch er hatte einen Kreuzbandriss, aber er hat von Anfang an das Bein nicht mehr belastet. Xilon war mein erster eigener Hund, mit dem ich meine erste eigene Wohnung bezog und mein Ein und Alles, deshalb wurde er sicher auch verhätschelt. Beide kamen auch aus der selben Zucht.
Fay ist da eher wieder eine Indianerin. Sie zeigt zwar, dass etwas nicht stimmt (Hinken), aber da gibt es weder ein Jammern noch ein mitleidiger Blick.

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