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Thema: Dao - kleine Schritte zum erwachsenen Hund

  1. #1
    Erfahrener Benutzer
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    Standard Dao - kleine Schritte zum erwachsenen Hund

    EinTag mit Dao:

    Gestern früh haben wir unseren ersten Ausflug nach Thun gemacht:
    Treffen am Bahnhof in Thun mit erwachsenem Rüden, kein Kontakt an der Leine, der geht voraus über den Bahnhofplatz durchs allgemeine Gewusel, Dao "träberlet" - fokussiert auf den Grossen - freudig nach.
    Dann lassen wir die beiden nach wenigen Minuten auf der Parkanlage der Halbinsel frei. Der Grosse inszeniert sanfte Erziehungsspiele mit Spielzeug, Dao ist voll und ganz dabei. Nach wenigen Minuten gibts ein Runterkommen mit Abliegen während 5 Minuten. Dao legt sich natürlich von selber hin, denn er ist froh um eine Verschnaufpause. Das Hochdrehen und Runterkommen steure ich nun mal gerne bei meinen Hunden.
    Erneutes kurzes Spielen, dann eine halbe Plauderstunde auf einem Bänklein, wo viele Hundeteams durchspazieren. Dao schläft zwar nicht, merkt aber dank der Decke und der Leine, dass An-Ort-bleiben angesagt ist. Der Grosse verteidigt erstmals in seinem Leben etwas, nämlich "seinen" Welpen. Ab an die Leine! Wunderbar zu beobachten, wie vorbeiziehende Hunde körpersprachlich sagen, dass sie kein geringste Interessen an Welpi haben .
    Rückfahrt nach Hause. Mit seiner Schlafdecke hat Tao beide Male im Zug durchgeschlafen. Ich trage ihn für den Rest der Strecke. Der Ausflug dauerte 3 h.

    Zuhause: Fressen. Ab in die Box (wir üben das diese Woche, da sein "Hundegotti" ein Auto hat) mit Pansen. Schlafen.

    Nachmittags wieder ein 3-stündiger (da mit öV) Ausflug in die Welpengruppe. Er ist rumgerast, hat viel Spass gehabt und einiges gelernt:

    Schnelles Stoppen, wenn es eine erwachsene Hündin verlangt.
    Es wird gar nicht an Hundebeinen rumgebissen,
    es wird nicht Häschen gespielt,
    erwachsene Hundedamen werden zurückhaltender begrüsst als Welpen.
    Und natürlich auch Runterfahren auf Knopfdruck (=Schmüsele).
    Zwei kleine Abrufübungen.
    Rumwuseln/kuscheln/spielen mit anderen macht Spass.
    Dazu gabs in den Ruhephasen Infos für die Hundehalter.

    Zuhause: Fressen und dann verlangt er, dass ich mich neben ihn lege. Geht gar nicht, ich muss kochen! Also ab in die Box, Türgitter zu, er motzt nur kurz, was ich kenne, wenn er nicht einschlafen kann. Die Box ist so gestellt, dass er mich im Blickfeld hat, das muss reichen. Sehr bald schläft er ein.

    Nach diesem gefüllten Tag konnte ich erstmals meine Matratze in Richtung Schlafzimmer zügeln. Dao kann mich zwar noch sehen, doch trennt uns ein Gitter. Um 5.30 bin ich als Erste erwacht! Kommende Nacht wird nur noch ein Fake von mir dort liegen und ich ziehe mich endlich in mein Bett zurück. Drück mir bitte die Daumen, dass ich nicht aufstehen muss!
    PitaPata Dog tickers


  2. #2
    Erfahrener Benutzer
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    Standard

    Interessant zu lesen, danke!
    Ein Welpi in guten Händen!
    Das Toller-Meiteli Saja wird am 15. Juni bei uns einziehen. Sie ist dann 10 Wochen alt.
    Ob ich die Matratze tatsächlich neben die Box lege, da bin ich mir noch nicht so sicher.


  3. #3
    Erfahrener Benutzer
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    Standard

    @Turieri: Wie schön, ein Mädel aus der Retriever-Familie !

    Dao schläft alleine
    und ich wieder in meinem Bett

    Das mit der Matratze am Boden geht auch mal vorbei, Turieri, Dao ist erst seit 3 Wochen bei mir . Er hat die letzten beiden Nächte alleine geschlafen. Brauchte einige Tricks, hat aber geklappt.
    In der ersten Nacht hat er mal laut gegähnt ... ich aus dem Tiefschlaf hochgeschossen ... und im Nu stand ich im Pyjama mit Welpi im Arm und Robisäckli in der Hand an seinem Versäuberungsplatz im Gässchen. Tatsächlich hat er beides erledigt, es gab ein "Braaav!", kein Wort mehr und beide haben wir getrennt weitergeschlafen, es war schliesslich erst 4.30 Uhr. Um 5.45 schaue ich auf die Uhr, ringe kurz mit mir, denn einerseits bin ich noch müde, andererseits macht es Sinn, wenn ICH das Aufstehsignal gebe. Also raus aus den Federn, sofort in den oberen Stock zu Welpi, damit er mich nicht erst "ruft", und kurze Schmuseminute auf seinem Lammfell.

    In der 2. Nacht gings sogar, ohne nachts rauszugehen. Ich bin halt wieder vor 6 Uhr aufgestanden , aber auch das geht mal vorbei.
    PitaPata Dog tickers


  4. #4
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    "...in den oberen Stock zu Welpi..."
    Bei uns ist es umgekehrt, Wohnraum mit offener Küche im EG (wo Welpis Platz sein soll) und Herrchen/Frauchen schlafen im oberen Stock.
    Wir planen aber auch, Hundi die ersten Nächte in der ausgepolsterten Schachtel oben ins Schlafzimmer neben das Bett zu platzieren, zwecks nächtlichem Reinhängenlassen der "Körperkontakt-alles-ist-gut-und-schlaf-jetzt-weiter-Hand" und - falls wir weiter gehenden Bedarf richtig interpetieren – für "Gassi" die Treppe runter und wieder rauf zu tragen.


  5. #5
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    Zitat Zitat von Turieri','index.php?page=Thread&postID=260659#post 260659
    ... Wir planen aber auch, Hundi die ersten Nächte in der ausgepolsterten Schachtel oben ins Schlafzimmer neben das Bett zu platzieren, zwecks nächtlichem Reinhängenlassen der "Körperkontakt-alles-ist-gut-und-schlaf-jetzt-weiter-Hand" ...
    so schön ausgedrückt.
    Mein Mann mag keine Hunde im Schlafzimmer ...
    PitaPata Dog tickers


  6. #6
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    das mochte mein Mann auch nicht als wir uns kennenlernten (hunde im Schlafzimmer)

    er musste sie sogar im Bett ertragen (war schon eng im 1,4 m 2 Erwachsener und 1 Malimix)

    so wurde der Kompromiss geschlossen hund zum kuscheln ins Bett ansonsten vor dem Bett (der Hund war schliesslich vor meinem Mann da )
    LG
    Semra

    Bobby du wirst immer in unseren Herzen sein


  7. #7
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    Aufbau von Bindung und Trennung

    Tönt ja wie ein Widerspruch. Doch irgendwie passiert beides gleichzeitig. Mit zunehmender Sicherheit traut sich Dao, weg von mir zu gehen, in einen anderen Raum etwa,
    erst bloss um zu trinken und schnell zurückzukommen,
    später aus Neugierde, weil er ein Geräusch gehört hat,
    schliesslich um sich auf seinem bequemen Schlafplatz zu legen und seine Ruhe zu haben.

    In den ersten 3 bis 4 Wochen richte ich meinen Tagesablauf und meine Tätigkeiten voll nach dem Welpen, doch nach und nach muss er sich nach meinen Plänen richten.

    So hat er gestern erstmals einen Nachmittag bei seiner Hundegotte verbracht.
    Aufgebaut haben wir das ab dem Abholen beim Züchter, wo sie auch dabei war. Seither hat sie uns ein- bis zweimal pro Woche besucht, war mit Dao in seiner vertrauten Umgebung spazieren und wir waren auch schon bei ihr zuhause.

    Gestern also hat seine Gotte Dao samt Autohundebox um 13.30 Uhr abgeholt.
    Normalerweise lasse ich ihn die heissen Nachmittage verschlafen, das wäre aber nicht so sinnvoll gewesen, also musste ich ihn vom Morgen an etwas steuern:
    30 Minuten leinenfrei ums Feld, begleitet von einer souveränen Labidame, die keine Renn- und Raufspiele mitmacht. Kauartikel, schlafen. Versäubern, Abfall entsorgen, fressen, schlafen. Und schon wurde er abgeholt.
    Wohin? Bei der Hitze: Bächlein und Schatten und anschliessend Haus und Garten.
    Um 17 Uhr habe ich Dao abgeholt. Fressen, schlafen, versäubern, DURCHschlafen bis ich um 6.28 Uhr erwachte.

    Dao hat bei seiner Gotte gar nicht geschlafen. Nächstes Mal werden wir das einbauen müssen, vielleicht so, dass er NACH dem Spazieren zu ihr geht, dann frisst und schläft.
    PitaPata Dog tickers


  8. #8
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    Warten auf den Anschlusszug im Bahnhof Bern ...

    ... und was mir dabei alles durch den Kopf geht.
    Für gestern hatte ich einen Ausflug an die Sense geplant. In Neuenegg sollte uns ein erwachsener Eurasierrüde (so quasi das Zückerchen nach der langen Anreise) abholen und wir wollten eine kleine Weile am Wasser verbringen.

    Da ich im Moment die Welt durch die Welpenbrille sehe, erkannte ich den schwierigen Punkt an der Reise, nämlich 30 Minuten auf den Zug nach Laupen zu warten. Dao ist zwar mit dem Bahnhof vertraut, da war er schon - auf allen Vieren aber auch in meinem Arm.

    Was mir alles durch den Kopf geht , als wir im Bahnhof sind:
    - Wo warten? Wartsaal oder Perron? 2 verschiedene Orte, das ist nicht günstig, besser länger an einem Ort, damit sich Dao gewöhnen kann. Also Perron.

    - Zum Perron hoch, Rampe oder Treppe? Rampe ist schonender.

    - Werden gleich Züge einfahren? Ja, zwei Züge fahren vor unserem ab, es steht aber erst einer da, also stellen wir uns nicht aufs Perron, das Quietschen der Bremsen ist zu laut.
    Wir halten also auf der Rampe an, Dao setzt sich und kriegt einen kleinen Tannzapfen, um die Zeit zu überbrücken, bis der Zug eingefahren und die Passagiere ausgestiegen sind. und ich stelle mich so vor ihn, dass die herausströmenden Passagiere ihn nicht niedertrampeln. Die Leute kommen, ich kauere mich nieder, spiele ein wenig mit dem Zäpfchen "Zerren und Loslassen".

    - Jetzt gehen wir aufs Perron hoch. Wohin stellen wir uns, damit Dao sich wohl fühlt? Die Sitzbank ist zu weit weg, also stellen wir uns so hin, dass Dao eine Wand im Rücken hat und mich auf der einen Seite, dann ist er ein wenig abgeschirmt. Beim Anpeilen der ersten Stelle merke ich, dass sie ungeeignet ist, da Zigirauch hinzieht. Da, das passts. Er setzt sich und schaut. Ich stehe. Der eine Zug fährt ab. Er schaut. Ich beobachte Dao. Kein kleinstes Anzeichen von Stress, kein Lefzenlecken, kein Kratzen, nichts. Der Zug ist weg.

    - Zeit für eine kleine Spielrunde an Ort mit der Wildlederbeisswurst (ist von der Grösse her eher ein Beisswienerli
    ). WIr zerren, ich lasse los, packe sie wieder, er lässt sie los, etc. alles wortlos mit ruhigen Bewegungen. Dao dreht sich auf den Rücken und kaut am Lederbändel herum, zappelt mit seinen Pfoten in der Luft herum, gibt wohlige Laute von sich.

    - Unser Zug wird angekündigt. Weiterspielen? Nein, Dao soll den einfahrenden Zug bewusst wahrnehmen; es ist ja auch kein ewig quietschender, langer Intercity, sondern ein kleiner Regionalzug.

    - Also gehe ich 2 Schritte von ihm weg und locke ihn mit der Beisswurst. Er packt sie und ich höre auf zu spielen, sobald der Zug einfährt. Dao sitzt und schaut auf den Zug.

    - Die Leute steigen aus, ich kauere mich zu Dao runter - wieder ohne ihn zu streicheln - und lasse die Leute passieren.

    - Wie einsteigen? Dao im Arm oder auf allen VIeren? Ich tendiere auf das Zweite, doch es fehlt mir der lange Arm, um den Türknopf zu drücken, während ich Dao mit der Hand den Weg zum Einsteigen weise. Also hopp auf den Arm.

    - Drinnen im Abteil breite ich seine Ruhedecke aus, er legt sich drauf und schläft ein.

    Dann Freude am Bahnhof wegen dem bekannten Eurasier, lustige kleine Runde. Rückfahrt mit schlafen. Durch den Bahnhof Bern trage ich ihn bis ins Poschi. Zuhause fressen und lange schlafen.
    PitaPata Dog tickers


  9. #9
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    so viele Erlebnisse, klasse!!!
    Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen....


  10. #10
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    Hey, ich schäme mich grad ein bisschen, habe nämlich diesen Thread erst jetzt entdeckt!
    Irgendwie geht die Junghundsparte bei mir immer ein wenig unter, weiss auch nicht wieso ...

    Jänu, aber jetzt hab ichs gesehen und ich finds einfach toll, was Du mit Deinem Welpen machst, Kompliment! So vieles kann so einfach erreicht werden, wenn man sich einfach Zeit nimmt in den ersten Lebensmonaten und es "spielerisch" erarbeiten kann. Meiner hatte ja dieses Glück nicht und an den Folgen arbeiten wir deshalb heute noch.
    Und das mit "die Welt durch die Welpenbrille" kann ich voll nachvollziehen! Da sieht die Welt ganz anders aus, aus diesem Blickwinkel, gell?
    Also, macht weiter so, bin gespannt auf weitere Einblicke!


  11. #11
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    Hey ich danke dir für deine Berichte . Es hat so viele Sachen mit dabei, die ich mir so frech ich bin zu Herzen nehmen und abschauen kann, an die ich zuvor gar nie gedacht habe.

    Mach weiter so du machst das sehr gut. Dein Welpe wird sicher ein super angenehmer Wegbegleiter sein..


  12. #12
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    Zitat Zitat von Shila','index.php?page=Thread&postID=263020#post26 3020
    ... Und das mit "die Welt durch die Welpenbrille" kann ich voll nachvollziehen! Da sieht die Welt ganz anders aus, aus diesem Blickwinkel, gell? ...
    Sieht anders aus und ist auch ganz schön anstrengend, denn ich scanne alles und wähle
    die für meinen Welpen beste Variante. Manchmal legen sich meine Ohren an, stellen sich mein Rückenhaare auf ... , nein, ich übertreibe jetzt, aber nur ein wenig.
    Heute hatten wir ein Atti-Erlebnis, Shila: Auf dem Weg zu Daos Hundegotte mussten wir wieder in einen Regionalzug einsteigen. Niederflur, aha, genügend Zeit ist da, die Türe steht offen und bleibt wohl so, also kann ich es wagen, Dao selber einsteigen zu lassen. Ich bücke mich, zeige ihm mit der am Boden entlang fahrenden Hand, wo er rein soll - er kennt dieses Zeichen und vertraut mir auch - die Vorderpfoten sind schnell oben, das Heck hat Mühe und verharrt leicht zappelnd auf dem Perron und - genau in dem Moment - beginnt sich die Türe zu schliessen . Mein erster Gedanke: "ATTIIII!" , ohne Witz, Shila! Zum Krummlachen bleibt keine Zeit, reaktionsschnell schmeisse ich mein eigenes Heck in die sich langsam schliessende Türe und drücke mit vollem Körpereinsatz erfolgreich dagegen. Dao ist inzwischen der stoischen Hand erfolgreich gefolgt und befindet sich im Waggon.

    Das Ziel des Aufenthaltes von Dao bei seiner Hundegotte war heute nur, dass er dort tagsüber mal richtig lange schläft. Nach 2 Stunden hat sie ihn geweckt und ihn in die Welpenstunde gefahren, wo ich Dao wieder übernommen habe.
    PitaPata Dog tickers


  13. #13
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    Jetzt habe ich den Interessanten Thread erst jetzt entdeckt!
    Da hast du super geschrieben, sehr spannend zum lesen was ihr mit Dao erlebt




  14. #14
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    Nein im Ernst? In dem Moment ist Dir der Name meines Hundes in den Sinn gekommen??? Wär ja echt zum Todlachen gewesen, wenn die Situation nicht so mistig gewesen wär!
    Aber gut, konntest Du da Deinen Kleinen noch retten. Stells mir gar nicht lustig vor, wenn so ein kleiner Kerl zwischen die Türen gerät.
    Ist uns tatsächlich auchmal passiert, als wir auf einer Velotour ein Stück weit den Zug genommen hat. Zug hält im hinterletzten Kaff an, Freund ist am Bikes ausladen, Atti will auch schon raus, da schliesst sich die Türe, echt!! Mein Freund mit aller Manneskraft die Türe aufgewürgt, auf das Drücken des Türöffners hin ist nämlich einfach nichts passiert. Atti springt raus und da fährt der Zug auch schon los. Freund mit Hund und Velos auf dem Bahnsteig und mein Grosser und ich noch im Zug, echt super!!
    Seit da hat sowohl mein Grosser als auch ich ein Trauma von diesen doofen Zugtüren. Vielleicht hat Atti ja sein Schiebetüretrauma von damals ...

    Aber schön, ists bei Euch so glimpflich ausgelaufen! Alles andere wär echt nicht lustig gewesen für den Kleinen!

    Glg
    Shila


  15. #15
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    Banal - aber nur aus Menschensicht

    Dao lernt im Moment die Menschenwelt und die Hundewelt kennen und sich darin wohlfühlen.

    Dass dabei eine Anspannung bei ihm sichtbar wird, ist normal und auch aus meiner Sicht erwünscht. Er wird sein Leben lang immer wieder neue Situationen erleben und somit Anspannung/Stress fühlen. Wichtig finde ich, dass er damit umgehen kann, also dass er merkt, dass die Anspannung kommt und wieder geht und die Welt sich weiterdreht.
    Ein Beispiel?
    Wir gehen abends beim Eindunkeln raus und es liegt 20 m vor unserer Haustüre etwas Schwarzes am Boden, das noch nie da war. Ich stocke kurz, Dao stockt länger . Als er es erblickt, hält er inne, schliesst seinen Fang, schnüffelt erfolglos, streckt seinen Hals, senkt den Kopf, hebt ihn wieder, Ich sage nichts und warte mit lockerer Leine. Dao will hin, er zieht nach vorne und kurz vor dem "Huch!"-Objekt merkt er, was es ist: Ach, bloss ein Paar Rollerblades, das mitten auf dem Weg rumliegt.

    Ich bleibe die ganze Zeit stumm, um ihn von seinem selbständigen Handeln nicht abzulenken. Er hat diese aus Menschensicht banale SItuation super gemeistert .

    Bei und nach einem solchen Ereignis spreche ich nur das Nötigste (in dem Fall habe ich ihn gelobt fürs anschliessende Versäubern, wofür wir ja schliesslich rausgingen) und gebe ihm dann ein Time-out (in dem Fall ging ich wieder an meinen Laptop und er auf seinen Platz). Dadurch dass er nach diesem Ereignis keine äussere Action mehr hat, kann er es besser verdauen, in seinen Erfahrungsschatz einbauen.
    PitaPata Dog tickers


  16. #16
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    Zitat Zitat von Shila','index.php?page=Thread&postID=263128#post26 3128
    ... Aber schön, ists bei Euch so glimpflich ausgelaufen! Alles andere wär echt nicht lustig gewesen für den Kleinen!
    ...
    Lustig wärs nicht gewesen, aber auch nicht supertragisch (ausser es hätte ihn verletzt) in seinem jungen Alter. Er erlebt so viel Neues.

    Es gibt kaum eine Wachphase, in der er nur Bekanntes antrifft: Nur schon heute Morgen: Er pieselt vor unserem Laden, ich giesse 2 Kannen Wasser darüber. Dao ist absolut fasziniert vom dunklen Bächlein, plötzlich tritt er zufällig ins Nass und "HUUCH! Das Zeugs ist ja nass!!" und er pfötelt etwas angewidert weiter, verfolgt das Wasser, das im Senkloch laut auf die Wasseroberfläche fliesst und tropft. Neues Geräusch, ooh ... spannend.

    Vom kontrollierten Begrüssen

    Das mit dem Pieseln vor dem Laden war meinem zeitweise mangelnden Überblick zuzuschreiben.
    Dao war am Schlafen, als vor unserer Haustüre die Schulkinderschar durchzog.
    Dao steht auf, geht raus und verschwindet um die Ecke. Ich folge ihm und beobachte, wie er stehenbleibt und zur Haustüre zurückschaut . Aha, wenigstens noch einen Gedanken an die Chefin.
    Ich packe einen Filzball (die Leckerlis sind zu weit weg und ich will ihn keine 10 Sekunden mit den Kindern/Trotti/Plüschtierli am Chindschitäschli unbeaufsichtigt lassen) und auch ein Robisäckli, lasse ihn mit den Kindern Kontakt
    aufnehmen. Ich weiss genau, er möchte gerne den Kinderpulk in die Schule begleiten. Ich aber glaube, dass er gestern Abend in der Welpengruppe schon genug Gruppenaction hatte und für heute Morgen eher körperlich ausruhen und irgendetwas Kontrolliertes an der Leine angesagt ist, vielleicht Garmin :lalala: anschauen in der Stadt? ...
    Ein Kind rennt zu einem anderen, Dao zieht kurz mit, das geht gar nicht! "DAO!" Jaaa, seine Aufmerksamkeit habe ich, jetzt kommt die Belohnung fürs Schauen. Mensch, zum Glück habe ich
    nicht Leckerlis sondern den Filzball dabei, denn so darf Dao genau das machen, was er vorhatte, nämlich rennen, und zwar dem Filzball nach.

    Zwei weitere Kinder nähern sich der Gruppe (das Zusammenkommen der Kinder am Morgen gleicht dem der Zugvögel im Herbst). Dao schaut und will sie begrüssen gehen. Moment mal, ich will ja den lästig-freundlichen Begrüssungsdrang des Labis kontrollieren. "DAO!" ... und jaaaa, er "nimmt den Anruf wahr" und schaut zu mir. Mein Plan ist ja, dass er vor jeder Kontaktaufnahme sitzt, ich zu ihm gehe, ihm kurz ans Halsband greife und ihn allenfalls freigebe, falls es die SItuation erlaubt. Also"Sitz!", "Braaaav!", "Frei!" und ich weise ihn in die Richtung der Kinder. Freudiges Begrüssen auf allen Vieren, und auch ohne Lecken, da er ja den Filzball im Fang trägt
    .

    Dao sichtet ein weiteres Kind! Es soll nicht zur Gewohnheit werden, JEDES Kind zu begrüssen, also sind jetzt Ideen gefragt. Belohnen mit Ballschmeissen kann ich ihn nicht, er hat den Ball ja selber schon; Leckerlis sind zuhause. Wie belohnen, sobald ich ihn von den Kindern wegbringen kann ? Jaa, mit dem Hund rennen soll ja auch belohnend sein, Haken schlagen ... "DAO!" Er nimmt den Hörer ab (= er schenkt mir seine Aufmerksamkeit ) "KOMM!" und ich renne weg, schlage Haken, zerre an seinm Filzball.

    Ja eben, jetzt komme ich zum Punkt meiner mangelnden Weitsicht: Dao kann sich nach der Interaktion mit den Kindern und dem Spiel mit mir endlich entspannen, und zwar an einem sicheren Ort - vor dem Laden. Und pieselt halt dort hin .
    PitaPata Dog tickers


  17. #17
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    Von Inseln und Brücken

    Gestern war nach dem langen Weiterschlafen war doch noch ein kleiner Stadtbesuch angesagt, mit Ziel "Garmin" :lalala: . Dabei wollte ich zielstrebig zum Sportgeschäft kommen, um dann gleich wieder zum etwas verspäteten Welpenzmittag nach Hause zurückzukehren. Nun, mit einem so jungen Welpen "schnell" durch die Stadt zu gehen, ist nicht möglich. Zwei meiner Hilfsmittel sind Inseln und Brücken.

    Inseln
    Das sind für mich jene Orte oder Umstände, in denen sich mein Hund wohl und sicher fühlt. Beispiele:
    - Auf seiner Decke, die ich meist mitnehme
    - Wenn ich runterkauere, kommt er ganz nah und setzt sich.
    - In einem Restaurant wähle ich für den Welpen einen Platz in der Ecke, damit nicht aus allen Richtungen Neues auf ihn zukommt.
    - Im Bus wähle ich für den Welpen gerne abgeschirmte Plätze, so dass er 3 räumliche Begrenzungen hat (Wand, Raderhebung und Wändli), oft sind dies die Plätze hinter dem Fahrer.
    - Beim Tragen fühlt er sich auch sicher und kann entspannen.
    - Wenn ich neben ihm bleibe, wenn er einschlafen will.
    - Von kauernden - auch fremden - Leuten “bejöht“ zu werden.

    Brücken
    Brücken helfen meinem Hund, die sicheren Inseln zu erreichen. Beispiele:
    - Tragen
    - Ablenken mit einem Spielzeug oder
    mit Ansprechen und Loben
    oder später beim Junghund mit einem Hörzeichen, das er gerne ausführt.
    Edit: Noch mehr Brücken sind mir heute aufgefallen:
    - sicheres Umfeld: einem erwachsenen, souveränen Hund nachlaufen oder
    einer Grupppe Personen, auch unbekannten

    Ich ziehe mal los, ausgerüstet mit dem üblichen Hilfsmaterial in Rucksack, Bauchtasche und Jeanstasche.

    Fun
    Leinenlos, mit Apportierspiel und teilweise mit Rennen und Fangspielen, gelangen wir zum Poschi. Unterwegs versäubert er sich.

    Insel
    Poschifahren kennt er, macht er täglich, ich trage ihn rein, er legt sich hin und liegt die 10 Minuten Fahrt ruhig am Boden.

    Wiederholung
    Den Weg vom Poschi weg inklusive Glaslift kennt er. Mittlerweile geht er die Strecke zügig an der lockeren Leine, noch immer etwas abgelenkt durch den Kebabstand :lalala: , aber das ist Wiederholung.

    Neu
    Das UG im Bahnhof kennt er nicht aktiv, bisher habe ich ihn dort getragen. Da er fit scheint, gehen wir zügig ein Stück in Richtung Ausgang, doch es sind viele Eindrücke, Dao leckt kurz die Lefzen, ich innerlich auch . Da kommt mein Brückentrick zur Anwendung:

    Brücke
    Ich zücke sein Lieblingsplüschi, das ich an einer Kordel befestigt habe, und er fokussiert sich auf das Halten und Tragen des Spielzeugs. Er zeigt keine Stresszeichen mehr, zu sehr ist er auf das Plüschi konzentriert. Dazu muntere ich ihn auf, spreche ihn an: "traaage, brav, traaage", "ja, so isch guet", "bisch e feine".
    Beruhigt stelle ich fest, dass er sich darauf einlässt und zügig bis zum Aufgang weitergeht.
    Für mich ist das Halten des Spielzeugs auch ein Indikator: Wenns aus Hundesicht brenzlig wird, lässt er es nämlich fallen.

    Entspannung
    In den Lauben ist es nicht mehr hektisch und laut, ich lasse ihn ruhig in seinem Tempo gehen und schnüffeln. Nach einigen Dutzend Meter haben wir den Laden erreicht, daneben sitzen zwei Randständige, ...

    Insel
    ... die sich voll entzückt meinem Welpen zuwenden, ihn streicheln und liebkosen.

    Brücke
    Da ich weiss, dass die ausgestellten Garmins im UG sind und die Holztreppe zu rutschig für einen Welpen ist und zudem Dao noch nie in einem Laden war, nehme ich ihn draussen auf den Arm und setze ihn erst vor dem Schaukasten der Geräte ab.

    Insel
    Dummerweise habe ich Daos Decke nicht dabei. Glücklicherweise ist der anvisierte Geocache-Spezialist noch mit einem anderen Kunden besetzt und ich kann mit Dao ein ruhiges Spielchen am Boden machen: Plüschi, Zapfen, nehmen, geben. Nach einigen Minuten werde ich bedient und Dao liegt, angelehnt an den Kasten, und kaut auf einem Tannapfen herum.

    Brücke
    Ich trage ihn hoch und raus in Richtung Bahnhof.

    Wiederholung (mässig belebte Strassen kennt er)
    Er will runter, darf er auch, pieselt im strömenden Regen in den Strassengraben.

    Insel
    Im Poschi schläft er.

    Brücke
    Ich trage ihn raus und setze ihn erst dort ab, ...

    Ausklingen
    ... wo er leinenlos bis nach Hause gehen kann.
    Füttern, schlafen.

    Huch, das war viel.

    Nachmittags gehen wir nur noch leinenfrei ums Feld und Dao spielt mit einem Husky.
    PitaPata Dog tickers


  18. #18
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    Spannend zu lesen! Woher hast Du Deine Theorie mit Insel und Brücke?

    Ich muss gestehen, obwohl gut vorbereitet, viel gelesen und langjährige Hundeerfahrung, mache ich vieles aus dem Bauch heraus. Meistens hat sich das als richtig herausgestellt, manchmal gings auch in die Hose. :lalala:
    Liebi Griessli
    Annik mit Bayla & Shamu


  19. #19
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    Zitat Zitat von Eben','index.php?page=Thread&postID=263742#post263 742
    Spannend zu lesen! Woher hast Du Deine Theorie mit Insel und Brücke?
    Gemacht habe ich es bisher intuitiv; das Bild mit Inseln und Brücken ist mir vor einigen Tagen eingefallen, als ich unterwegs überlegte, wo ich Tao einen sicheren Ort bieten könnte. Ich war in der Stadt und wollte mit Dao in ein Restaurant gehen, damit er ausruhen konnte. Die 30 Meter dorthin führten über den heissen Asphalt , kein Ding für zarte Welpenpfoten. Ich schaute nach einem Schattenweg und entschied mich dann kurzerhand, Dao rüberzutragen. Tja, so bin ich auf die Insel gekommen .
    Das Aufschreiben hilft mir, Klarheit im Aufziehen von Dao zu bekommen.

    Dass die Brücke der wunde Punkt ist, habe ich gemerkt. Ich will Brücken nur wenig nutzen und die überbrückte Stelle zu einem späteren Zeitpunkt angehen, das heisst im konkreten Beispiel: Gewöhnen an das UG im Bahnhof zu einer wenig frequentierten Zeit mit Verweilen im Café usw.
    PitaPata Dog tickers


  20. #20
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    Ich finde Daos Tagebuch unheimlich spannend, und das Bild mit den Inseln und Brücken sehr anschaulich! Freue mich schon auf die Fortsetzung....
    Das Aare Welsh Springer Team: Rhian, Splash und Susanna


 

 
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